Bundeswehreinsatz: Das Jein der Grünen zu Afghanistan

 © Imago

Kein Bundeswehreinsatz hat sich so tief eingeschrieben in die Geschichte der Grünen wie jener in Afghanistan. Bis heute findet die Partei zu keiner geschlossenen Haltung. Was, wenn sie bald regiert?

Rostock im November 2001. Es geht um Krieg und Frieden, um Macht und Ohnmacht. Joschka Fischer fleht seine Partei, die Grünen, an: „Ich bitte um euer Vertrauen und ich möchte, dass ihr mich nicht allein lasst.“

Der Terroranschlag vom 11. September liegt erst wenige Wochen zurück. Die Amerikaner ziehen in den Krieg gegen die Taliban in Afghanistan. Sie pochen auf den Beistand ihrer Nato-Partner. Auch um den Beistand vom rot-grün regierten Deutschland.

Kanzler Gerhard Schröder hat dem Bundestag bereits die Vertrauensfrage gestellt und sie für sich entschieden. Nun stellt Außenminister Fischer dem Grünen-Parteitag die Vertrauensfrage. Wenn die Grünen in der Regierung bleiben wollten, müsste die Basis auch in der Sache Verantwortung übernehmen.

Wut, Empörung, am Ende: Zustimmung. Die Grünen akzeptieren den Afghanistan-Einsatz. Fischer ruft ihnen zu: „Im 21. Jahrhundert werden wir um den Faktor Militär nicht herumkommen, wenigstens nicht als Regierungspartei.“

Ein Satz, der jetzt, 20 Jahre später, nachhallt.

Am Donnerstag entscheidet der Bundestag über die Verlängerung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr. Eine Frage, die die sonst so harmonisch auftretenden Grünen noch immer spaltet.

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