Volkszählung: Papierchaos beim Zensus

Die derzeit laufende Volkszählung ist von Pannen geprägt. Die Software funktioniert nicht und in den Behörden entsteht ein Papierchaos, weil digitale Endgeräte fehlen. Die kommunalen Spitzenverbände sind frustriert und wenden sich mit einem Brandbrief ans Innenministerium.

Es klang so gut: "Wir können zwei Monate nach dem Beginn der Befragungen eine äußerst positive Zwischenbilanz für den Zensus 2022 ziehen", ließ sich die Projektleiterin für die Volkszählung, Katja Wilken, in einer am Freitag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Pressemitteilung zitieren.

Die Realität jedoch sieht anders aus. Zur Halbzeit des Befragungszeitraums ist in den Behörden vor Ort die Frustration groß. Eine Software, die nicht funktioniert, Statistische Landesämter, die auf Probleme erst Wochen später reagieren und meterhohe Stapel einzeln abzutippender von Papierfragebögen sorgen für eine desaströse Zwischenbilanz.

Seit Mitte Mai ziehen rund 100.000 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte durch das Land, klingeln an Haustüren und fragen nach Daten. Die Ergebnisse sollten bestenfalls direkt in ein Online-Formular eingegeben und digital erfasst werden.

Doch schon hier kommt es zu erheblichen Problemen.

Das von den Behörden verwendete IT-System funktioniert offenbar nicht so, wie es sollte. Da es sich um ein bundesweites Problem handelt, wenden sich der Deutsche Städtetag und der Deutsche Landkreistag nun in einem Brief an den Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik, Staatssekretär Dr. Markus Richter. Uns liegt das Schreiben exklusiv vor.

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