Neuer Parteichef, neue Ziele: Friedrich Merz will sozialer werden

Früher wurde sein Name von Kritikern mit sozialer Kälte verbunden. Friedrich Merz galt als strammer Neoliberaler, er stand für einen schlanken Sozialstaat. Als CDU-Chef will er sich neu erfinden - mit einer ambitionierten sozialpolitischen Agenda.

Plötzlich diese Veränderung. Ein neuer Ton, ein anderer Auftritt. Plötzlich entdeckt Friedrich Merz das Soziale in sich und für sich.

So scheint es zumindest.

Dietmar Schwalm hat das auch wahrgenommen. Der 64-jährige ehemalige Sozialarbeiter ist Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Hochsauerlandkreis.

Er wohnt in Arnsberg, genau wie der künftige CDU-Vorsitzende.

Die Region fällt in Statistiken mit einer deutlich unterdurchschnittlichen Arbeitslosenquote auf - und mit deutlich überdurchschnittlichen Einkommen.

Sonderlich überrascht hat Schwalm der Wandel des Friedrich Merz nicht. "Er muss jetzt beweisen, dass er tatsächlich die CDU wieder zu alter Stärke zurückführen kann", sagt der Gewerkschaftsmann aus dem Sauerland. "Eine Volkspartei muss große Teile der Arbeitnehmerschaft abdecken." Merz müsse daher alles tun, diese Leute hinter sich zu bringen.

Empathie gegenüber denen, die für die Schwachen kämpfen, wünscht sich Schwalm von Merz, der sich vermehrt Themen der Sozialpolitik widmen will. "Für mich ist die entscheidende Frage, ob er das ernst meint oder ob alles nur Fassade ist."

Darüber wird nicht nur im Hochsauerland gerätselt.

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