Great Resignation: Deutschland und die Theorie vom Big-Quit

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Deutschland im Sommer 2022: Restaurants, die ihre Öffnungszeiten einschränken; Flüge, die ausfallen müssen; Events, für die es keine Sicherheitsleute gibt. Allerdings: Vor der Pandemie hat die ganze Arbeit auch irgendwer gemacht. Was ist aus diesen Leuten geworden?

Deutschland 2022, das ist ein Land, in dem sich Urlauber über gestrichene Flüge ärgern müssen, in dem Restaurants ihre Öffnungszeiten verkürzen und in dem es Veranstalter von Open-Air-Konzerten zunehmend schwer haben, Personal für Eingangskontrollen zu finden.

Wenn es in der Vergangenheit um fehlende Arbeitskräfte ging, war fast ausschließlich von Fachkräftemangel die Rede. Da ging es um Spitzenforscher, IT-Experten und Ingenieure.

Der Dienstleistungssektor stand eher nicht im Fokus. Doch das ist Vergangenheit.

Zuletzt machte eine wuchtige These aus den USA die Runde: Die Pandemie habe für eine grundlegende Zäsur auf dem Arbeitsmarkt gesorgt. Es ist die Theorie vom Big Quit, auch bekannt unter dem Schlagwort „Great Resignation“.

Hier geht es nicht in erster Linie um Entlassungen, sondern um Arbeitnehmer, die ihrem bisherigen Job aus freien Stücken den Rücken kehren.

Die Kündigungsrate von Arbeitnehmern habe in den USA Ende 2021 ein 20-Jahres-Hoch erreicht. Das Phänomen erfasse Millionen Beschäftigte, vom Personal bei McDonalds bis hin zu Software-Fachleuten, schrieb das Forbes-Magazin. In Studien zu Gründen wurden immer wieder zu niedrige Löhne, fehlende Aufstiegschancen und zu wenig Respekt am Arbeitsplatz genannt.

Gastronomie im Lockdown © ImagoHat es den Big Quit auch in Deutschland gegeben? Ist er womöglich Ursache für die Probleme, die sich jetzt in der Veranstaltungsbranche, in der Luftfahrt oder in der Gastronomie zeigen?

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