Die Auswirkungen des starken US-Dollars: Die Dollar-Dominanz

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In den vergangenen sechs Monaten hat die amerikanische Währung stark aufgewertet. Was sind die Folgen und wie geht es weiter? Eine Analyse.

In unserer vernetzten Volkswirtschaft ist die Schwäche des einen oft die Stärke des anderen – und vice versa. So geht der aktuelle Sinkflug des Euros auf den zwischenzeitlich niedrigsten Stand seit 20 Jahren mit einer Währungsaufwertung des Dollars einher. Aber auch gegenüber dem japanischen Yen und dem britischen Pfund legte die amerikanische Währung zu.

Der Dollar profitiert dabei vor allem von einer aggressiven Geldpolitik der amerikanischen Notenbank, die den Leitzins inzwischen auf eine Spanne von 2,25 - 2,5 Basispunkte angehoben hat und damit im Vergleich zu anderen Zentralbanken deutlich stärker Liquidität aus dem Markt zieht. Die Folge: Höhere Zinssätze ziehen in der Regel ausländische Investoren an, was die Nachfrage nach amerikanischen Staatsanleihen steigen lässt.

Und um US-Staatsanleihen zu kaufen, braucht man Dollar. „Das ist beim Euro, beim Pfund oder beim Yen nicht in gleichem Maße der Fall, und so fließt das Geld in die Vereinigten Staaten, was den Dollar in die Höhe treibt", erklärt der amerikanische Ökonom Kenneth Rogoff.

Hinzu kommt: Der Dollar gilt aufgrund der Größe und Stärke der amerikanischen Wirtschaft als „sicherer Hafen”. Im ersten Quartal 2022 wurden mehr als 50 Prozent der weltweiten Devisentransaktionen in Dollar abgewickelt.

Die Stärke des Dollars macht es für amerikanische Touristen attraktiv, Urlaub im Ausland zu machen; die Pizza in Italien oder das Baguette in Frankreich wird verhältnismäßig günstiger. Allerdings bringt ein starker Dollar auch vier negative Auswirkungen mit sich.

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