Kleiner Parteitag: Die Grünen: Ein bisschen Friedenspartei

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Den Grünen war alles Militärische suspekt. Bis der russische Angriff auf die Ukraine Waffen ins Zentrum ihrer Politik rückte. Über eine Partei, die mit sich selbst ringt - und mit ihrem martialischen Bild in der Öffentlichkeit.

Britta Haßelmann sieht sich zu einer Farbbestimmung veranlasst.

„Es geht weder um die Frage von Oliv oder Grün“, sagt die Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion. „Es geht auch nicht um die Frage, ob Panzerfan oder Pazifistin“, ruft Haßelmann in scharfem Ton in die Düsseldorfer Halle, in der am Samstag rund 100 Delegierte zu einem kleinen Parteitag zusammengekommen sind.

Wer die Grünen mit derlei Gegensatzpaaren beschreibe, sei sich der Tragweite der Entscheidungen nicht bewusst, die ihre Partei jetzt, im Angesicht des Schreckens in der Ukraine, treffen müsse.

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann. © Imago

Haßelmann sieht ihre Partei zu Unrecht in die militaristische Ecke gestellt. Dagegen wehrt sie sich. Die Bielefelderin weist die Behauptung, das Grün der Grünen würde jetzt einen Oliv-Stich annehmen oder gar Tarnfleck gleichen, mit Empörung zurück „Knallgrün“ sei ihre Partei.

Der russische Überfall auf die Ukraine stellt viele Gewissheiten infrage. Ins Wanken gerät auch die Selbstgewissheit der Grünen, eine Friedenspartei zu sein.

Außenministerin Annalena Baerbock wirbt für die Aufrüstung der Bundeswehr in beispiellosem Ausmaß. Wirtschaftsminister Robert Habeck schickt Panzer und Raketen in die Ukraine. In ein Kriegs- und Krisengebiet also, das als solches den grünen Grundsätzen zufolge ausgenommen sein müsste von deutschen Rüstungsexporten.

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