Verunsicherung im Gesundheitssystem : Die Nebenwirkungen der Teil-Impfpflicht

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Pflegeheim-Chefs, die plötzlich in Tränen ausbrechen. Kliniken, die impfunwillige Mitarbeiter noch in letzter Minute überzeugen wollen. Und drohende Praxisschließungen. Bald greift die Teil-Impfpflicht für bestimmte Einrichtungen. Schon jetzt hat sie Folgen.

Sie formulierte es bewusst so drastisch, neulich in einer Pressekonferenz. „Es gibt Pflegekräfte, die eher bereit sind, im Supermarkt an der Kasse zu sitzen, als sich impfen zu lassen“, sagte Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa.

Der Satz sollte aufrütteln. Und einen Eindruck geben, wie sehr Anspruch und Wirklichkeit noch auseinander klaffen.

Eigentlich sollte die Sache ja klar sein. Es geht um Schutz für die besonders Schutzbedürftigen. Ihr Risiko, sich anzustecken, soll gemindert werden. Und zwar durch höhere Sicherheitsvorkehrungen dort, wo sie betreut und versorgt werden.

Eva Maria Welskop-Deffaa © dpa

So steht es sinngemäß ja auch im Gesetzentwurf, den der Bundestag im vergangenen Dezember beschlossen hat. „In bestimmten Settings, z. B. in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen, halten sich typischerweise eine Vielzahl von besonders vulnerablen Personen auf“, heißt es dort.

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