Die Folgen der Ukraine-Russland-Krise: "Alternative Flüssiggas"

Deutschland ist auf Gas aus Russland angewiesen, aber Russland ist kein verlässlicher Lieferant mehr. Und jetzt? Ausgerechnet die Grünen nehmen als Alternative verflüssigtes Fracking-Gas aus den USA ins Visier. Ein Gespräch mit Dieter Janecek, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion.

Herr Janecek, Wirtschaftsminister Robert Habeck kündigt an, sich dem Ausbau der Infrastruktur für den Import von Flüssiggas "energisch zuwenden" zu wollen. Eine gute Idee?

Dieter Janecek: Unsere Abhängigkeit von russischem Gas erhöht die Unsicherheit für die Verbraucher, aber auch für die Wirtschaft insgesamt. Sollte im Falle eines russischen Angriffs auf die Ukraine die Gasversorgung aus Russland teileingestellt werden, brauchen wir kurzfristig andere Quellen. Robert Habeck sieht den Import von Flüssiggas als eine Option der Erdgasversorgung, wenn keine anderen zur Verfügung stehen. Und er will die Strukturen schaffen, die wir in Zukunft ohnehin für die Einfuhr von grünem Wasserstoff benötigen. Das kann man verbinden.

LNG (liquefied natural gas) ist Erdgas, das durch Abkühlung verflüssigt und stark komprimiert wird. So lässt es sich leicht per Schiff transportieren. An LNG-Terminals wird LNG in seinen gasförmigen Zustand zurück­versetzt und ins Gasnetz geleitet.  © Imago

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