Ricarda Lang und Omid Nouripour: Grüner Personalwechsel

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Die Grünen wählen am Wochenende eine neue Doppelspitze. Die Sozialpolitikerin Ricarda Lang und der Außenexperte Omid Nouripour wollen das Erbe von Annalena Baerbock und Robert Habeck antreten. Das Duo will die Grünen-Minister unterstützen - und das grüne Profil schärfen. Geht beides?

Der bundespolitische Einstand von Ricarda Lang droht in Tumult unterzugehen.

Für ihre erste Rede im Bundestag hat sich die Abgeordnete Lang die Orientierungsdebatte zur Impfpflicht ausgesucht. Lang schreitet in kurzen, festen Schritten ans Rednerpult, setzt ihre Maske ab, nimmt einen Schluck Wasser aus dem Pappbecher, blickt in die Reihen und setzt an zu ihrem Plädoyer für eine allgemeine Impfpflicht.

Dann kommt es zum Ausbruch.

Bis eben hielt sich die AfD merklich zurück, nun aber dreht sie auf. Die Abgeordneten brüllen, johlen, grölen. Bundestagsvizepräsidentin Aydan Özoguz wirft ihnen einen Blick zu, der wohl streng anmuten soll, aber Entsetzen verrät. Kopfschütteln auch im Plenum.

Lang aber gibt sich unbeeindruckt. Sie setzt unverdrossen ihre frei gehaltene Rede fort: "Die allgemeine Impfpflicht schützt unsere Freiheit."

Zwischenrufe. Schrilles Lachen. Die Protokollanten des Bundestags kommen kaum noch mit.

Ricarda Lang © dpa

Lang dreht sich zur AfD-Fraktion und legt eine Abgeklärtheit an den Tag, die eine Routine im Umgang mit Hass nahelegt.

Lang sagt:

Sie können hier schreien und Sie können schimpfen, so viel Sie wollen - Sie werden damit nicht verhindern, dass die Demokratinnen und Demokraten des Deutschen Bundestages heute eine respektvolle und komplexe Debatte zum Wohle der Menschen in diesem Land führen.

Am Samstag wird sich Lang zur Wahl stellen, als Doppelspitze für den Grünen-Bundesvorsitz mit dem Außenpolitiker Omid Nouripour.

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