Landtagswahlkampf in Schleswig-Holstein: Käpt’n Daniel und die schwere See

 © The Pioneer

Bald wird in Schleswig-Holstein gewählt. Am Steuer in Kiel steht Daniel Günther von der CDU. Kommt er in schwere See? Geht am Ende gar jemand von Bord? Ein Besuch im Land zwischen den Meeren.

Thomas Losse-Müller erzählt die Geschichte immer wieder. Auch jetzt am Telefon. Sie handelt davon, dass es auch anders kommen kann als gedacht. Was so viel bedeutet wie: dass er demnächst in Kiel an der Spitze stehen könnte.

Stellt man sich Schleswig-Holstein also als Schiff vor, wäre am Ende der Kapitän gezwungen, von Bord zu gehen. Käpt’n Daniels Platz würde dann Käpt’n Thomas einnehmen.

Thomas - wer?

Losse-Müller heißt der Mann mit Nachnamen. 49 Jahre ist der SPD-Politiker alt. Früher war er bei der Deutschen Bank in London und Ökonom bei der Weltbank in Washington.

Er hat einige Zeit die Staatskanzlei in Kiel geleitet, damals noch als Grünen-Mitglied. Und sein Chef, der Ministerpräsident Torsten Albig, kam von der SPD.

Das alles klingt ziemlich ungewöhnlich. Ist es auch.

Thomas Losse-Möller © ThePioneerZu den eher außergewöhnlichen Dingen zählt darüber hinaus, dass Losse-Müller beinhart am Anspruch festhält, Ministerpräsident zu werden. Und das, obwohl es sehr unwahrscheinlich ist. Zumindest Stand jetzt.

Zentral in Losse-Müllers Geschichte ist die Botschaft, dass es in Deutschlands nördlichstem Bundesland eine rechnerische Mehrheit für die Ampel gebe. Darüber, dass die CDU mit mehr als 15 Prozentpunkten enteilt ist, schweigt der Kandidat lieber.

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