Wie sich der Bundestag vergrößert: Noch mehr Abgeordnete, noch mehr Büros

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Der Bundestag hat wieder zugelegt. 736 Abgeordnete sind es inzwischen - so viele wie nie zuvor. Ein Teil von ihnen zieht jetzt in ein innerhalb kurzer Zeit gebautes neues Bürohaus. Die Debatte über eine Verkleinerung des Bundestages wird wieder einmal auf die lange Bank geschoben. Warum eigentlich?

Ralf Stegner war der Allererste. Der erste Bundestagsabgeordnete, der hier eingezogen ist. 5. Stock, Spreeblick, Berlin-Mitte, Adele-Schreiber-Krieger-Straße 6.

Der Fahrer, der ihn hierher brachte, wusste noch nicht, dass man erst das Haus der Bundespressekonferenz umfahren muss. Und dann vor dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages links abbiegen.

Irgendwann haben sie es dann doch gefunden, der Abgeordnete Stegner und sein Fahrer.

Die Wände sind zwar noch karg, doch der SPD-Politiker aus Schleswig-Holstein ist nicht unzufrieden mit seinem Büro. „Ich finde das ganz gelungen“, sagt Stegner. „Ich bin nicht so ein Freund davon, dass man es übertreibt mit den repräsentativen Dingen.“

SPD-Politiker Ralf Stegner in seinem Büro © Rasmus Buchsteiner/ThePioneer

Sonderlich repräsentativ ist der Bau, um den es hier geht, tatsächlich nicht. Funktionalität vor Design. Schlichtheit statt Pomp.

Der Raumbedarf im Bundestag ist geradezu chronisch. Mit dem Bau lässt er sich nun decken, wie es aus der Parlamentsverwaltung heißt. „Kurzfristig“ jedenfalls.

Die Volksvertretung ist mit der Wahl im September 2021 auf 736 Parlamentarier angewachsen - und damit so groß wie nie zuvor. Doch die Debatte über eine Verkleinerung ist seltsam leise. Das Thema steht ganz offenkundig nicht oben auf der Ampel-Agenda.

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