The Pioneer Three

Pioneer Three: Die Demokratisierung des Kapitalismus beginnt

Über die Rückeroberung der Zukunftsfähigkeit.
Gabor Steingart
13.07.2026
© Media Pioneer
© Media Pioneer

Der Weg zum Literaturnobelpreis begann für Thomas Mann mit einer herben Enttäuschung.

Der Verleger Samuel Fischer fand das über 1000-seitige Manuskript der Buddenbrooks, des ersten Romans des damals 25-jährigen Thomas, zwar interessant, aber zu lang. Ein solches Mammutwerk überfordere die Aufmerksamkeit der Leser. Er bat, die Buddenbrooks zu halbieren.

„Glauben Sie, dass es Ihnen möglich ist, Ihr Werk um etwa die Hälfte zu kürzen, so finden Sie mich im Prinzip sehr geneigt, Ihr Buch zu verlegen.”

Er fügte in väterlichem Ton hinzu:

„Ich weiß, dass ich Ihnen eine ungeheuerliche Zumutung stelle.”

Thomas Mann erwiderte dem Verleger, dass seine Erzählung genau diese epische Dimension brauche und er für Kürzungen nicht zur Verfügung stehe.

Samuel Fischer lenkte schließlich ein; das Werk erschien in zwei Bänden und erzielte später eine Gesamtauflage von neun Millionen Exemplaren in 38 Übersetzungen.

Vergleichen heißt nicht gleichsetzen. Aber diese Geschichte, die vom Beinahe-Scheitern und dem Glück des Unbeirrbaren erzählt, war in meinem Kopf, als ich mich vor einigen Wochen mit Mathias Döpfner traf, dem Chef des Springer-Konzerns und meinem Mitgesellschafter bei The Pioneer.

Mathias Döpfner und Gabor Steingart in Berlin © Fabian Matzerath/Bild

Ich kam aus Lübeck, wo ich ein Wochenende auf den Spuren von Thomas Mann verbracht hatte. Er kam aus London, wo er kürzlich die traditionsreiche britische Zeitung The Daily Telegraph gekauft hatte.

Er dirigiert einen internationalen Medienkonzern, der in Deutschland, Großbritannien und Amerika mehrere Milliarden umsetzt. Ich habe 2018 ein deutsches Medien-Start-up gegründet, an dem er sich 2019 mit 36 Prozent beteiligte. Mitarbeiterzahl damals: fünf. Umsatz: null.

The Pioneer hat sich seitdem gut entwickelt. Aber eines ist geblieben: Ohne seine Zustimmung kann ich denken und schreiben, was ich will. Aber ohne seine Zustimmung kann ich nicht investieren, wie ich will. Oder wie die Amerikaner sagen würden: It takes two to tango.

Zu unserem Treffen im 13. Stock des Springer-Hochhauses brachte ich ihm nicht das Manuskript für einen Schlüsselroman über das Innenleben der Berliner Republik mit, sondern das Drehbuch für eine Pioneer Three, ein neues Medienschiff, das vor der Frankfurter Bankenskyline auf dem Main kreuzt – als schwimmendes Symbol dafür, dass der Wiederaufstieg Deutschlands als Wirtschaftsnation zu schaffen ist.

Die Bauskizzen, die ich Mathias Döpfner präsentierte, zeigen ein neues Medienschiff, dreifach so groß wie die Pioneer Two, die wir als schwimmendes TV- und Podcast-Studio vor zwei Jahren gemeinsam in Berlin zu Wasser gelassen haben.

Entwurf der Pioneer Three © The Pioneer Grundriss der Pioneer Three © The Pioneer

Das neue Schiff soll in meiner Vorstellung dreistöckig sein: 600 Tonnen Schiffsstahl. 4000 kWh Silizium-Batterie-Leistung für den Elektroantrieb. Mehr als 1000 m² Innenraum auf 80 m Länge und elf Meter Breite. Platz für 400 Menschen. Im Zentrum ein großer Newsroom mit Flatscreens und Bloomberg-Terminals. Auf dem Oberdeck Platz für sommerliche Round-Table-Gespräche und elegante Empfänge.

Entwurf der Pioneer Three © Media PioneerEntwurf der Pioneer Three © The Pioneer

„Kathedrale des Kapitalismus“, steht über der Bauskizze.

Die Pioneer-Mission ist schließlich keine maritime, sondern eine publizistische: Wenn Deutschland sich an den Kapitalmarkt anschließt, was derzeit vor allem Menschen unter 40 tun, braucht es eine von Banken und US-Techgiganten unabhängige finanzielle Bildung, professionelle Aktienanalyse und jemanden, der den Austausch mit Gleichgesinnten organisiert. Oder in Geschäftsfelder übersetzt: Education. Reporting. Community.

Nachdem The Pioneer in Berlin mit zwei Medienschiffen und einem Doppeldecker, dem Pioneer Bus, eine profitable Operation und ein mittlerweile 120-köpfiges Team aufgebaut hat, schlage ich Mathias Döpfner nun also die Expansion nach Frankfurt vor.

Über 40 Millionen Euro sind dafür nötig, hat unser Team errechnet. Das neue Schiff ist nicht günstiger als die anderen beiden. Dutzende Investment-Experten und über 50 neue Journalisten und Pädagogen zum Erstellen von Lerninhalten werden gebraucht. Dazu: KI-Technik und App-Entwicklung. Am Ende müssen auch Kapitän und Crew angeheuert werden.

Die Pioneer Three soll als weithin sichtbare Einladung für eine neue Generation von Investoren dienen. Als selbstbewusstes Symbol einer Zeit, die Zukunft nicht mit Zumutung, sondern mit Zuversicht übersetzt.

Unsere Mission: Die Demokratisierung des Kapitalismus. Wir wollen die zeitgemäße Übersetzung von Ludwig Erhards „Wohlstand für Alle“ liefern. Deutschland schafft sich nicht ab, wie Thilo Sarrazin einst meinte, sondern legt jetzt erst richtig los: Aus Kindern werden Leute; und aus Leuten werden Investoren.

Ludwig Erhard mit seinem Buch „Wohlstand für alle“ © dpa

Die Zeit ist günstig. CDU, CSU, SPD und Teile der Grünen haben nach jahrzehntelanger Apathie eingesehen, dass Deutschland sich an den Kapitalmarkt anschließen muss. Bei halbierter Kinderzahl macht das Umlageverfahren für die Rente keinen Sinn mehr. Konrad Adenauers Satz „Kinder kriegen die Leute immer“ war ein Jahrhundertirrtum.

Der Kapitalismus – so unsere Schlussfolgerung – ist für Deutschland nicht das Problem, sondern die Lösung. Und für ein ambitioniertes Medienunternehmen, das sich der Marktwirtschaft und dem Unternehmertum verpflichtet fühlt, bieten sich Riesenchancen.

Döpfners Reaktion? „Das Projekt ist größenwahnsinnig“, sagt er frei heraus. Ist das der Samuel-Fischer-Moment, vor dem ich mich gefürchtet habe? Downsize your dreams. Halbiere deine Ideen.

„Aber“, fügt Döpfner schon nach kurzer Pause hinzu, „wahrscheinlich braucht es in unserer festgefahrenen deutschen Situation genau das, eine Portion Größenwahn.“ Er teile die Mission. Er befürworte die Ambition. Er war kurz gefasst: on fire. Vor mir saß der wagemutige Verleger, auf den ich gehofft hatte.

Wenige Wochen, nachdem die eingereichten Geschäftspläne alle Stufen der Überprüfung durch Springer-Vorstände, Pioneer-Aufsichtsräte und unabhängige Investment-Experten durchlaufen haben, heißt es nun also: Pioneer go!

Deshalb stehe ich heute vor Ihnen. Demokratisierung des Kapitalismus: Das ist groß und vielleicht auch größenwahnsinnig. Das ist in jedem Fall nicht nur das Projekt einer Medienfirma, sondern das Projekt unserer Generation.

Es geht um finanzielle Selbstbestimmung. Es geht um das Verhindern von millionenfacher Armut im Alter und die Rückeroberung von Zukunftsfähigkeit. Es geht um nichts Geringeres als die Bekämpfung anti-marktwirtschaftlicher Reflexe und damit um die Wehrhaftigkeit einer wie erstarrt wirkenden Gesellschaft.

Der wichtigste technische Unterschied zwischen dem Umlageverfahren und dem Kapitalmarkt ist der Effekt von Zins und Zinseszins. Im alten System lebt man von der Hand in den Mund. Am Kapitalmarkt schickt man das Geld zur Arbeit.

Aber der wichtigere Unterschied zwischen dem alten und dem neuen System ist kein technischer, sondern ein mentaler. Im alten System wartet man auf seine staatlich organisierte Altersvorsorge. Man muss nichts tun. Man muss nichts verstehen. Man muss einfach nur geduldig warten wie ein Esel. Und darf sich nicht wundern, wenn die Geldbeträge der staatlichen Rentenversicherung deutlich kleiner ausfallen als versprochen.

Das Engagement am Kapitalmarkt braucht einen anderen Menschentypus – beweglicher, wacher, informierter. Warten funktioniert hier nicht.

Die Pioneer Three will diesen Mentalitäts- und Kulturwandel in Deutschland nicht nur beschreiben, sondern befördern. Mit Ihnen zusammen. Wir wollen aus aufgeweckten jungen Menschen, die vom staatlichen Rentensystem nichts zu erwarten haben, aufgeklärte und wohlhabende Menschen machen. Wohlstand durch eigene Leistung, nicht durch Umverteilung. Das ist das Ziel.

Warum das wichtig ist: Deutschland braucht wieder Ziele, die über Kostendämpfung und Steuererhöhung hinausgehen. Nicht nur das Wachstum stagniert seit Jahren, auch das Ambitionsniveau.

Der Pioneer Bus © Anne HufnaglDie Pioneers auf dem Pellworm-Summit, Juni 2026 © Anne Hufnagl

Jetzt sind Sie gefordert. Abhängig von Ihren finanziellen Möglichkeiten möchte ich Sie zur Mitarbeit gewinnen. Ich kann Ihnen als treuer Pioneer zwei wirksame Formen der Zusammenarbeit anbieten.

1.⁠ ⁠Sie werden selbst Aktionär und profitieren von den (wenigen) neuen Aktien, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung in Form einer Privatplatzierung (Mindestinvestitionsvolumen: 100.000 Euro) an Investoren ausgegeben werden. Wichtig: Sie kaufen sich nicht mehr, wie die Aktionäre der ersten Stunde, in eine Idee ein, sondern in eine rentable Firma, die im vergangenen Jahr eine zweistellige Ebitda-Marge erwirtschaftet hat.

Am besten, Sie wenden sich bei Interesse direkt an unseren CEO Paul Horlacher.

2.⁠ ⁠Sie unterstützen den Schiffsneubau mit dem einmaligen Betrag von 1000 Euro als Pioneer Three Founding Partner. Sie bekommen ein wertiges Zertifikat, das Ihr Engagement dokumentiert. Sie sind als VIP-Gast bei der Schiffseinweihung im Jahr 2028 dabei. Und: Sie bringen beim regelmäßigen Founding Partner Call ihre Erfahrung bei der Weiterentwicklung unserer journalistischen Finanzmarkt-Produkte ein. Sie bilden das Sounding Board der Pioneer Three.

Gemeinsam werden wir zwar noch immer nicht den Literaturnobelpreis gewinnen, aber unser Land zum Besseren verändern. Das muss unser Anspruch sein, in einer Zeit zumal, in der andere systematisch daran arbeiten, den Himmel zu verdüstern.

Ich baue auf Sie und Ihre Entschlossenheit. Unser gemeinsames Motto sei das des polnischen Aphoristikers Stanisław Jerzy Lec, der einst folgende Kleinanzeige aufgab:

Besitze Piratenflagge. Suche Partner mit Schiff.

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