Die Zukunft des ESM : Reglings Vermächtnis

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Klaus Regling verlässt den ESM. Braucht es noch den Krisenfond?

Im Oktober ist Schluss: Dann verabschiedet sich der Mann in den Ruhestand, der den Euro-Krisenfond geprägt hat wie kein Zweiter: Klaus Regling.

Der 71 Jahre alte Volkswirt aus Lübeck – früher unter anderem beim IWF und im Bundesfinanzministerium tätig – hat die EU-Rettungsschirme entscheidend aufgebaut. Drei Kandidaten sind im Rennen um seine Nachfolge: Der frühere Finanzminister von Portugal, João Leão, der luxemburgische Politiker und Ex-Diplomat Pierre Gramegna und der langjährige Generaldirektor für den Bereich Wirtschaft und Finanzen der EU-Kommission, der Italiener Marco Buti.

Am Donnerstag setzt sich in Luxemburg das Board of Governors des ESM, die Finanzminister der Eurozone, zusammen, um den neuen Chef durch eine qualifizierte Mehrheit zu wählen.

Das bedeutet: Der künftige Direktor muss 80 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, wobei sich die Stimmenanzahl nach der Höhe des eingezahlten Kapitals richtet. Demnach besitzen große Länder wie Deutschland de facto ein Vetorecht.

Der ESM ist eine der größten Finanzinstitutionen der Welt und kann zusammen mit dem EFSF insgesamt 700 Milliarden Euro ausleihen. Dabei begibt der ESM auf den Finanzmärkten Anleihen, die durch Garantien (EFSF) und das Kapital (ESM), dass von allen Mitgliedern gemeinsam bereitgestellt wurde, gedeckt sind. Der deutsche Finanzierungsanteil am ESM beträgt laut Bundesfinanzministerium 26,9 Prozent. Dies entspricht rund 21,7 Milliarden Euro eingezahltem und rund 167,9 Milliarden Euro abrufbarem Kapital.

Die Hilfen des ESM

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