Mariana Zúñiga hat das Geschehen in Venezuela mit ihren eigenen Augen und Ohren verfolgt. Denn die 34-jährige Venezolanerin wohnt in Caracas und arbeitet dort als freie Journalistin und Podcasterin. Im Pioneer-Podcast spricht sie über ihre Gedanken und Beobachtungen. Ein Auszug.
The Pioneer: Wie konnte die US-Armee einen Diktator wie Maduro festnehmen, ohne auf ihrer Seite Verluste zu erleiden? Was ist der Grund dafür, dass diese Operation militärisch so erfolgreich war?
Mariana Zúñiga: Es ist seltsam, dass eine Armee, die den Diktator so lange geschützt hat, plötzlich nicht reagiert. Wir fragen uns: Haben sie nicht reagiert, weil sie Angst hatten? Haben sie nicht reagiert, weil man sie gebeten hat, es nicht zu tun? Haben sie es getan, weil sie den Befehl, den sie bekommen haben, nicht respektieren?
© imagoWie war die politische Reaktion auf den Straßen? War es für viele eine Art Tag der Befreiung?
Im Moment gibt es in Venezuela gemischte Gefühle. Auf der einen Seite waren die Menschen natürlich froh: Maduro, der Diktator, wurde abgesetzt, und er wird irgendwie zur Rechenschaft gezogen. Viele Menschen dachten, das könnte der Beginn vom Ende des Regimes sein. Aber Maduro loszuwerden bedeutet nicht, dass das Regime vorbei ist. Was wir Venezolaner im Moment von beiden Seiten hören, ist verwirrend.
Wie ist das Ansehen von Donald Trump in der venezolanischen Öffentlichkeit, insbesondere nach seinem monatelangen Kampf gegen das Maduro-Regime?
In Venezuela mögen viele Trump. Viele sehen das, was er getan hat, als eine Art Rettung für das Land.