Geldpolitik

Trump-Klage: Powell bekommt Unterstützung

Nachdem die Trump-Administration Ermittlungen gegen Fed-Chef Jerome Powell angekündigt hat, bekommt dieser rennomierte Unterstützung.
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Keiner musste sich seit Trumps zweiter Amtszeit derart viele und grobe Trump-Anfeindungen anhören wie Jerome Powell, der Chef der US-amerikanischen Notenbank „a stubborn MORON“ (Deutsch: „ein sturer Idiot“), hieß es aus dem Weißen Haus. Und: „Ich würde ihn gerne feuern“ und seine Lieblingsbeschreibung für ihn „Dummkopf“.

Donald Trump und Jerome Powell beim Besuch der Baustelle eines Zentralbankgebäudes, 24.07.2025 © dpa

Vorgestern dann eine neue Eskalationsstufe mit dem Bekanntwerden das die Bundesstaatsanwaltschaft gegen ihn und die US-Notenbank Ermittlungen eingeleitet haben, wegen Falschaussagen vor dem Senat im Zusammenhang mit den Kosten für die Renovierung des historischen Fed-Gebäudes.

Powell wehrte sich in einer öffentlichen Erklärung und nannte die Ermittlungen einen Vorwand um weiteren politischen Druck auf die Zinsentscheidung der Fed auszuüben. Seine Worte:

Es geht darum, ob die Fed weiterhin in der Lage sein wird, die Zinssätze auf der Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Bedingungen festzulegen, oder ob die Geldpolitik stattdessen durch politischen Druck oder Einschüchterung gelenkt wird.

Das hat gesessen: Powell der ungewollt zum Unabhängigkeitskämpfer der Notenbank geworden ist, bekommt renommierte Unterstützung. In einer Erklärung der EZB – unterschrieben von 13 Notenbankern, darunter Christine Lagarde, dem britischen Notenbankchef Andrew Bailey und dem Chef der Schweizer Notenbank, Martin Schlege – heißt es:

Wir stehen in voller Solidarität mit dem Federal Reserve System und seinem Vorsitzenden Jerome H. Powell. Vorsitzender Powell hat sein Amt mit Integrität ausgeübt, sich auf sein Mandat konzentriert und sich unermüdlich für das öffentliche Interesse eingesetzt. Für uns ist er ein angesehener Kollege, der von allen, die mit ihm zusammengearbeitet haben, hoch geschätzt wird.

Nicht nur Branchen-Buddies: Auch der JP Morgan-Chef – weltweit größte Bank – Jamie Dimon springt Powell in einer Quartals-Telefonkonferenz dem Notenbankchef bei. Er habe „enormen Respekt vor Jay Powell als Person“ und sei ein starker Befürworter der Unabhängigkeit der Federal Reserve:

Alles, was daran etwas ändert, ist wahrscheinlich keine gute Idee. Meiner Ansicht nach wird es den gegenteiligen Effekt haben. Es wird die Inflationserwartungen erhöhen und die Zinsen im Laufe der Zeit wahrscheinlich ansteigen lassen.

(Un)abhängigkeit der Zentralbanken

Wie mit Geld Politik gemacht wird – von Prof. Gunther Schnabl, Direktor des FvS Research Institutes.

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Veröffentlicht in The Pioneer Expert von Gunther Schnabl.

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