Deutschland und die USA: US-Botschafterin Gutmann: Die Alliierte

 © dpa/The Pioneer

Amy Gutmann ist die neue US-Botschafterin in Deutschland. Sie tritt ihren Dienst ausgerechnet in jenem Land an, aus dem ihr Vater einst vor den Nazis flüchtete. Wie blickt Gutmann auf Deutschland - und was erwartet sie von der Bundesregierung?

Sie konnte nicht nein sagen. „Wenn dich der Präsident anruft und dich um etwas bittet, sagst du ja“, erzählt Amy Gutmann.

Die neue Botschafterin der USA in Deutschland ist erst seit wenigen Wochen im Amt, als sie am Freitagmorgen mit einer Runde von Hauptstadtjournalisten im Quadriga Room des Botschaftsbaus im Herzen Berlins zusammenkommt.

Von hier oben aus hat sie einen freien Blick auf das Viergespann der Siegesgöttin Victoria auf dem Brandenburger Tor. „Der Präsident wusste sehr genau um die persönliche Verbindung zwischen mir und diesem Amt“, erzählt sie.

Sie sagte gerne zu, als Joe Biden ihr im Frühsommer 2021 anbot, die USA in Deutschland zu vertreten. Aus politischen Gründen. Und aus persönlichen.

Gutmann, 72, ist die Tochter eines Nürnberger Juden, der 1934 aus Deutschland flüchtete, aus Angst vor den Nazis und ihren Unterstützern. Jetzt, neun Jahrzehnte später, ist die Tochter zurück in Deutschland. Was ihr Vater wohl denken würde?

„Er wäre stolz“, sagt Gutmann, „und begeistert“.

Die renommierte Politologin hat ihr gesamtes Berufsleben lang über das Entstehen und Vergehen von Demokratien geforscht. Bis kurz vor ihrem Wechsel nach Deutschland hatte sie eine Professur an der University of Pennsylvania inne, deren Präsidentin sie in den vergangenen rund 20 Jahren gewesen ist.

Gutmann, das wird an diesem Frühlingsmorgen schnell klar, ist angetrieben von einer beunruhigenden Überzeugung:

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