Ein Besuch bei der Demo in Stuttgart.: Was eint die Querdenker?

Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger, Friedensaktivisten und besorgte Eltern. Die Querdenker-Demos sind ein skurriles Gemisch aus Unzufriedenen. Ein Ortsbesuch.

Vor den Toren des Stuttgarter Hauptbahnhofs bewegt sich eine Menschenmasse ohne einheitliches Bild. Zwischen Regenbogenflaggen wehen die Symbole der Reichsbürger, eine Deutschlandfahne ist mit dem Schriftzug „Merkel muss weg" geschmückt.

Die Polizei bittet per Lautsprecherdurchsage darum, die Maskenpflicht und die Abstandsregeln einzuhalten, doch kaum einer folgt. Im Gegenteil: Mit Trillerpfeifen, ungläubigem Gelächter und provokanten Umarmungen antwortet die Menge.

Die Stuttgarter „Querdenken”-Demonstration am vergangenen Ostersamstag bot für rund 15.000 Menschen Anlass, den von der Bundesregierung angeordneten Maßnahmen den Kampf anzusagen.

Ihre Pflicht, die Teilnehmer über die Schutzmaßnahmen zu informieren, kamen die Organisatoren nicht nach - sie spotteten regelrecht über die Ordnungshüter:

Wir weisen die Polizei darauf hin, dass alle, die von der Maskenpflicht befreit sind, sich entsprechend ausweisen, indem sie keine Maske tragen!

Doch wer sind diese hartgesottenen Demonstranten, die sich seit Monaten auf ihr Grundrecht des Protests berufen, dies aber alles andere als Corona-konform umsetzen?

Die Kundgebung der Querdenker auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart © dpa

Auffällig ist die große Bandbreite an Teilnehmern: Die umgekehrte Deutschlandfahne, sie gilt als Code für die Reichsbürger-Szene, weht neben der Regenbogenflagge mit „Peace”-Schriftzug. Zwischen Familien mit Kindern stehen Männer, die um die Existenz ihres Unternehmens bangen, und jene Verschwörungstheoretiker, die sich von allem und jedem hintergangen fühlen.

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