Emily Büning über die Zukunft der Grünen: "Wir müssen unsere Rolle klären"

 © Elias Keilhauer

Emily Büning, 36, will neue politische Bundesgeschäftsführerin der Grünen werden. Die Juristin arbeitet seit Langem an der Spitze der Partei mit - doch der Wechsel der Grünen von der Oppositions- in die Regierungsrolle ist auch für sie neu. Ein Gespräch über ihre Pläne und Prioritäten.

Frau Büning, Ende Januar wählen die Grünen ihre Parteispitze neu, Sie bewerben sich um den Posten der politischen Bundesgeschäftsführerin; in anderen Parteien entspricht dies der Generalsekretärin. Warum wollen Sie das Amt?

Büning: Ich war in den vergangenen neun Jahren organisatorische Bundesgeschäftsführerin der Grünen, bin also sehr vertraut mit den Aufgaben des politischen Bundesgeschäftsführers. Ich möchte nun den Schritt ins aktive, politische Geschäft machen. Die Grünen vollziehen jetzt den Wechsel von der Oppositions- zur Regierungspartei - eine spannende, herausfordernde Zeit, in der ich die strukturelle und politische Weiterentwicklung der Grünen voranbringen will.

Wird denn die Parteiführung überhaupt noch Beachtung finden - jetzt, da die Grünen-Minister in der Regierung das Machtzentrum bilden und die Bundestagsfraktion fürs Regieren entscheidend ist?

Büning: Gerade jetzt braucht es eine starke Partei, die in Zusammenspiel mit Fraktion und Regierung die grüne Programmatik weiterentwickelt und grüne Inhalte nach außen vertritt. In der Regierung wird sich nicht die reine grüne Lehre durchsetzen. Es wird an uns sein, deutlich zu machen, was grün ist.

Was möchten Sie im neuen Amt als Erstes angehen?

Büning: Als Erstes müssen wir unsere Rolle klären. Mit der Fraktion und den Ministerien werden wir uns überlegen, wie Partei und Mitglieder die Regierungsarbeit kritisch begleiten können. Eine ganz große Aufgabe wird der strukturelle Aufbau der Partei sein: Allein in den vergangenen vier Jahren hat sich unsere Mitgliederzahl auf rund 125.000 verdoppelt, da müssen wir uns weiter professionalisieren. Das will ich zusammen mit den Landesverbänden angehen.

Bundesgeschäftsstelle der Grünen © The Pioneer

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