Lebenslanges Lernen: Amerika & unsere nationalen Interessen: Die fünf Lektionen des Ukraine-Krieges

Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, sind fünf Lehren zu ziehen. Eine Analyse von Gabor Steingart.

Wir haben das strategische Denken verlernt, schreibt Norbert Röttgen in seinem jüngsten Buch. Aber das heißt ja nicht, dass wir es nicht wieder einüben können. Das Motto vom „lebenslangen Lernen" gilt nicht nur für Stahlarbeiter und Näherin, sondern auch für Kanzler und Kriegsminister.

Eine Infografik mit dem Titel: Ukraine: Der Frontverlauf

Die Lage in der Ukraine am 19. September

Eine Infografik mit dem Titel: Ukraine: Der Erfolg im Osten

Die Lage in der Ostukraine am 6. September und am 12. September

Sieben Monate nach dem Einmarsch der russischen Armee und kurz nach den ernsthaften Geländegewinnen der Ukrainer wäre ein guter Moment, um innezuhalten. Fünf Lektionen lassen sich lernen:

Wladimir Putin © dpa

Lektion 1: Man kann einer militärischen Herausforderung nicht dadurch entgehen, dass man den Aggressor mit Wirtschaftssanktionen belegt. Dieser Wechsel des Spielfeldes funktioniert nicht. Der politische Pazifismus wird von der angreifenden Seite unverzüglich durchschaut und als Ermunterung verstanden.

 © The Pioneer

„Die Schlacht muss zum Feinde getragen werden“, wusste der amerikanische Vizepräsident Dick Cheney nach 9/11. Das weiß jetzt auch Joe Biden. Die Drohung der Amerikaner, im Falle einer chinesischen Invasion auf Taiwan, sich eben nicht nur ökonomisch, sondern auch militärisch zu engagieren, ist seine Schlussfolgerung aus den gescheiterten Wirtschaftssanktionen gegen Putin. In dem am Wochenende ausgestrahlten Interview „60 Minutes” antwortete er auf die Frage, ob US-Streitkräfte die Insel verteidigen würden:

Ja, wenn es tatsächlich zu einem noch nie dagewesenen Angriff käme.

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