EZB-Direktorium: Christine Lagarde: Die Fehlbesetzung

Seit November 2019 bekleidet sie als erste Frau das Amt der EZB-Präsidentin: Christine Lagarde. Gabor Steingart wirft einen kritischen Blick auf die ersten drei Jahre ihrer Amtszeit und analysiert, warum Lagarde die falsche Frau zur falschen Zeit am falschen Ort war.

Nach fast drei Jahren auf dem Posten der EZB-Präsidentin darf man ein erstes Zwischenfazit wagen. Es fällt für Christine Lagarde wenig schmeichelhaft aus. In der Abfolge von Wim Duisenberg, Jean-Claude Trichet und Mario Draghi ist sie die mit Abstand schwächste Besetzung an der Spitze unserer Notenbank. Wahrscheinlich handelt es sich sogar um eine Fehlbesetzung.

Folgende acht Punkte sprechen persönlich und währungspolitisch gegen die Juristin Lagarde, die einst als Finanzministerin in Frankreich gedient hatte:

1. Das Persönliche zuerst. Ohne Angabe von Gründen reiste sie nicht zur wichtigsten währungspolitischen Konferenz der Welt nach Jackson Hole, die am Samstag zu Ende ging. Das kommt einer Arbeitsverweigerung gleich.

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