Poröses Weltbild: Die 4 Irrtümer unseres Denkens

Die heutige Weltordnung wird von Chaos und Unruhe bestimmt – mit jeder neuen Krise wird sie etwas poröser. Gabor Steingart analysiert die vier größten Irrtümer unserer bisherigen Weltanschauung.

Wir leben im Zeitalter einer neuen Unübersichtlichkeit, liest man jeden Tag. Die Welt sei in Unordnung und nicht mehr prognosefähig.

Doch inmitten der apokalyptischen Gesänge erkennen wir – und zwar deutlicher als vor dem Ukraine-Krieg und der Energiekrise –, dass viele unserer bisherigen Glaubenssätze ihre Gültigkeit verloren haben. Eine Welt in Bewegung, die ihre Schockwellen quer durch alle Volkswirtschaften schickt, wirkt wie ein großes Röntgengerät. Mindestens vier tragende Teile unseres bisherigen Weltbildes sind unter dem Druck der Ereignisse porös geworden.

Irrtum 1: Wir erleben das Ende des Ölzeitalters, hieß es immer wieder bei den Grünen. Hier war der Wunsch der Vater des Gedankens. Aus der ökologischen Notwendigkeit einer globalen CO2-Reduktion wurde – in den Köpfen unzähliger Politiker, Buchautoren und Wissenschaftler – eine ökonomische Falschaussage.

Saudi Aramco-Chef Amin Nasser © dpa

Mutmaßlich wird das Öl-Zeitalter erst an dem Tag beendet sein, an dem der letzte Tropfen das Erdreich verlässt. Die traditionellen Ölmächte – Konzerne wie Saudi Aramco, Staaten wie Russland und Staatenverbünde wie die OPEC – zeigen in diesen schicksalhaften Zeiten ihre wahre Potenz.

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