Weltwirtschaft: Globalisierung: Wie die Politik die Inflation befeuert

Die Antiglobalisierungsbewegung zieht auch in Europa ihre Kreise. Gabor Steingart über fünf gute Gründe, die gegen eine Abkehr vom bisherigen Freihandel sprechen.

Auf Schloss Elmau sind die beteiligten Politiker in ihrem Element: Sie wollen alles retten, was nicht niet- und nagelfest ist. Den Westen. Den Weltfrieden. Das Klima. Die Konjunktur.

In ihrer Retterpose kann die Politik gar nicht anders, als immer neue Belzebuben zu suchen, die sie mit dem Teufel auszutreiben versucht. Früher: Die Reichen. Die US-Multis. Die Wall Street. Heutzutage: Die Chinesen. Die Russen. Die Globalisierung.

G7-Treffen Schloss Elmau © imago

Der Teufel hört wahlweise auf den Namen Nationalismus, Protektionismus oder neuerdings – das ist die etwas schüchterne Variante – Decoupling. Damit meint man in Washington das Auseinanderschweißen der Wertschöpfungskreisläufe, die im Zuge der Globalisierung ineinander verkuppelt wurden und die nun – aus kulturellen, aus ethischen oder auch aus sicherheitspolitischen Gründen – wieder entkoppelt werden sollen.

Donald Trump hatte als erster die Idee. Im Grunde war sie ein Abfallprodukt seiner America First Politik.

Wenn das eigene Land zuerst kommt, dann müssen andere dahinter und irgendjemand auch zuletzt kommen.

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