CDU-Parteichef: Merz traut sich nicht, Merz zu sein

Die Ampelregierung hat ordentlich an Fahrt verloren, aber noch immer erfreut sich Friedrich Merz keiner großen Aufmerksamkeit. Gabor Steingart stellt drei Probleme des CDU-Chefs fest.

Die Welt der Politik muss man sich wie ein zeitgenössisches Theaterfestival vorstellen. Liefert das Ensemble auf der Bühne eine schwache Vorstellung, beginnt das Publikum unruhig im Programmheft zu blättern. Unwillkürlich interessiert man sich für die nächste Inszenierung. Die Neugier auf das Neue korreliert mit dem Verdruss über das Gegenwärtige.

So war es am Ende der sozial-liberalen Ära. Ermüdet durch die parteiinternen Streitereien der SPD, begann erst die FDP und dann die Bevölkerung sich mit Helmut Kohl anzufreunden. Der Pfälzer mit seiner „geistig moralischen Wende“ wurde nur deshalb zum neuen Hoffnungsträger, weil das auf offener Bühne inszenierte Elends-Drama der SPD – Linke gegen Schmidt, Schmidt gegen Brandt – nur schlechte Laune, aber keine Attraktivität versprach. Das Neue kam, weil das Alte zu Ende ging.

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