Krise in den Vorständen: S.O.S.: Dax-Kapitäne über Bord

Warum die Chefs dieser Top-Unternehmen ihren Platz räumen müssen. Eine Analyse von Gabor Steingart.

Und wieder ist ein DAX-Kapitän über Bord gegangen. Nach dem jähen Aus für VW-Chef Herbert Diess und dem tiefen Sturz von Fresenius-CEO Stephan Sturm muss nun auch Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted seine Chef-Kombüse räumen. Weitere Wackelkandidaten – vorneweg die Chefs von Henkel und SAP – haben sich durch permanente Performance-Probleme vor das Zielfernrohr der Investoren geschoben.

Eine Infografik mit dem Titel: Christian Klein: Keine Performance

Kursverlauf der SAP-Aktie seit Amtsantritt von Vorstandschef Christian Klein am 10. Oktober 2019, indexiert in Prozent

Was für den betroffenen CEO oft überraschend passiert, haben die Verantwortlichen im Aufsichtsrat und die Experten des Kapitalmarktes weit vor ihm gespürt und gesehen. Überraschend ist meist nur noch das Datum, nicht mehr der Abgang an sich. Es sind immer wieder die gleichen Fehler, über die unsere Vorstandsvorsitzenden stolpern.

Fehler 1: Aus Angst vor unternehmerischem Risiko tritt der Vorstandschef nicht als kreativer Gestalter, sondern als Verwalter auf. Ihn umwehen die Staubpartikel seiner Akten. So geschehen bei der Commerzbank als CEO Martin Zielke – ein Eigengewächs aus dem Treibhaus der Bankbeamten – sich zu keiner Reform des Traditionsinstituts aufraffen konnte. Von Zielke überlebte nichts als die Kaffee-Ecke in der Filiale, von der er glaubte, sie würde eine neue urbane Kundschaft anlocken. Die Probleme blieben, Zielke ging.

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