UN-Vollversammlung: Scholz in New York: Der Moderate

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Heute Nacht hielt Bundeskanzler Olaf Scholz eine Rede, seine erste Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. Die wichtigsten Passagen der Rede analysiert Gabor Steingart.

„Wenn anderen heiß wird, werd' ich kalt. Wenn andere kalt werden, werd' ich eiskalt."

So sprach und so handelte Bundeskanzler Helmut Schmidt.

Helmut Schmidt © imago

  • Er ließ sich von den Entführern der Lufthansa-Maschine Landshut nach Mogadischu nicht erpressen. Die Maschine wurde von einem Spezialkommando der GSG 9 gestürmt und die Geiseln befreit.

  • Er ließ sich von den Entführern des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer nicht einschüchtern. Die Forderungen der Terroristen nach Freilassung rechtskräftig verurteilter Terroristen blieb unerfüllt. Der Staat zeigte sich stark und unnachgiebig. Schleyer zahlte mit dem Tod.

Diese Kaltblütigkeit eines Helmut Schmidt besitzt Olaf Scholz nicht. Er ist persönlich geschmeidiger und politisch beweglicher als „Schmidt Schnauze“, wie man den damaligen Kanzler respektvoll nannte.

Olaf Scholz und Steffen Hebestreit in New York. © dpa

Heute Nacht hat Scholz seine Visitenkarte vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York abgegeben. Es war die eines moderaten Europäers, der sich mit dem Krieg und der Kriegsführung erkennbar schwer tut.

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