Herbert Diess: : VW-Aufsichtsrat: 6 Probleme & was der CEO dazu sagt

Über die Beziehungen des Volkswagen CEOs Herbert Diess zu China und die Aufholjagd in der E-Auto-Herstellung zu Tesla. Gabor Steingart analysiert sechs Problemzonen des Automobilherstellers – und wieso VW selbst um diese Probleme beneidet wird.

Wenn der VW-Aufsichtsrat am Freitag zu seiner turnusgemäßen Sitzung zusammenkommt, gibt es eine Besonderheit: Es geht diesmal nicht um Leben oder Tod des Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess. Probleme hat der Konzern dutzendfach, aber kein Führungsproblem. Zumindest nicht im Moment.

Herbert Diess im Berliner Westhafen © Anne Hufnagl

Gestern traf ich Diess in Berlin, um während einer einstündigen Fahrt durch die Hauptstadt (im neuen VW-Bus ID.Buzz) das Problemgebirge gemeinsam mit ihm abzuschichten. Was genau ist seine Ambition? Wo hat er sich geirrt? Wie schaut er auf eine Welt, in der es scheint, als hätten sich ein ehrgeiziger Elon Musk, ein kriegerischer Wladimir Putin und ein chinakritischer US-Präsident gegen die globalen Pläne von Volkswagen verschworen? Am Steuer saß ein Vorstandschef, in dessen Person sich Fahrvergnügen mit der Freude an intellektueller Reibung verbindet.

Herbert Diess & Gabor Steingart im T7 © Anne Hufnagl

VW-Problem Nummer 1:

Die mit großen Erwartungen gestartete Software-Sparte des Konzerns hat bisher nicht geliefert. CARIAD, so heißt die 2020 gegründete Software-Einheit, soll eine zentrale Software für alle Marken des Konzerns bereitstellen – ein einheitliches Betriebssystem als Grundvoraussetzung für das autonome Fahren. Rund 5.000 Entwickler, Ingenieure und Designer arbeiten derzeit für Cariad. Ein McKinsey-Gutachten, das dem Aufsichtsrat vorliegt, kommt zu dem wenig schmeichelhaften Urteil:

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