Gleichberechtigung: Allgemeine Dienstpflicht – ein Streitthema

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Mit dem Ausbruch des russischen Angriffkrieges in der Ukraine flammt die Debatte um eine allgemeine Dienstpflicht für Männer und Frauen wieder auf. Zur Geschlechtergerechtigkeit würde damit aber nicht beigetragen – ganz im Gegenteil. Eine Kolumne von Elisabeth Motschmann.

Am 1. Juli 2011 – also vor fast genau elf Jahren – wurde die allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt. Seitdem müssen Männer in Deutschland nicht mehr den Wehrdienst oder einen zivilen Ersatzdienst obligatorisch ableisten.

Damals erklärte Verteidigungsminister Thomas de Maizière vor dem Parlament:

Ich finde das keinen Freudenakt heute, dass wir hier die Wehrpflicht aussetzen.

Thomas de Maizière

Und er fügte hinzu, dass sie allerdings sicherheitspolitisch nicht mehr zu begründen sei.

Das war damals, vor elf Jahren.

Heute nach dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine – einem grausamen Krieg mitten in Europa – stimmen Aussagen im Hinblick auf die Wehrpflicht als „sicherheitspolitisch nicht mehr zu begründen“ oder „Wehrpflicht müsse nicht mehr zwingend sein“ nachdenklich.

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