Wissenschaft: China auf dem Weg zur technologischen Supermacht

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Kann eine totalitäre Gesellschaft zu einer führenden Wissenschaftsnation werden? Und wieso ist gerade China als totalitär regierte Gesellschaft auf dem Vormarsch zur technologischen Vorherrschaft? Diese Fragen beantwortet The Pioneer Expert Lars Jaeger.

Im frühen 17. Jahrhundert ging aus dem lange so dunklen Kontinent Europa eine der bedeutendsten Revolutionen des menschlichen Geistes hervor: die Entwicklung des wissenschaftlichen Denkens. Der aus ihr hervorgegangene technologische Fortschritt ließ Europa zum Wissenszentrum der Moderne werden – und damit nicht zuletzt zur unumstrittenen ökonomischen und militärischen Weltmacht.

Sie führte aber noch zu zwei weiteren bedeutenden Entwicklungen: Erstens erfreuen sich die Europäer (und ihre geistigen Kinder, die US-Amerikaner) heute eines Wohlstandes, der die größten Hoffnungen früherer Generationen längst übertroffen hat, zweitens leben die meisten Menschen in Europa (Ausnahmen: Russland, Weißrussland, teils Ungarn und Polen) in einer anti-totalitären und demokratischen Gesellschaft.

Philosophen, Historiker und Soziologen erkennen hier einen in beiden Richtungen wirkenden kausalen Zusammenhang, vom Erfolg des wissenschaftlichen Denkens zur Entwicklung einer „offenen Gesellschaft“, die, wie Karl Popper sagte, zum Ziel hat, „die kritischen Fähigkeiten des Menschen“ freizusetzen, und umgekehrt die offene Gesellschaft, die auch das freie wissenschaftliche Denken immer weiter fördert. Popper war der erste, der diese Interdependenz explizit hervorhob.

Pioneer Expert, Autor und Wissenschaftsjournalist
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