Bundestagswahl 2021: Demographie und Farbenlehre

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Die Ergebnisse der Bundestagswahl stehen fest und zwei Auffälligkeiten lassen sich festmachen: mit Blick auf die verschiedenen Generationen und hinsichtlich der geographischen Unterschiede. Die Zusammenhänge erklärt unsere ThePioneer Expertin Ursula Münch.

Vieles an der Wahl zum 20. Bundestag war bemerkenswert. Einige Auffälligkeiten standen schon früh fest: die erste Bundestagswahl mit Corona, aber ohne Wiederwahlabsicht der Amtsinhaberin, oder auch die Mühen der Triell-Choreographie. Andere Besonderheiten sind – zum Teil absehbare – Folgen des Wahlergebnisses: Dass nur ein Dreierbündnis den Weg aus der ungeliebten „Groko“ bahnen kann, war ebenso leicht vorherzusagen, wie der hohe Anteil der Briefwähler mit samt dessen unerquicklichen Folgen für Wahlkampfmanagement und Parteizentralen sowie Überzeugungsversuche im privaten Umfeld.

Anderes überraschte aber dann doch: Die Wandlung des schlafwagenfahrenden Unionskanzlerkandidaten zum Kämpfer hätten ihm nur wenige zugetraut. Spätes Lob aus Bayern für diesen Einsatz ist aber schon deshalb nicht zu erwarten, weil dieses Engagement vor allem der persönlichen Sorge von Armin Laschet geschuldet schien, denselben Karriereweg einzuschlagen wie Martin Schulz. So sind es also doch andere Facetten des Wahlergebnisses, die tatsächlich überraschten: neben demographischen Aspekten vor allem die Erkenntnis, dass immer noch nicht zusammengewachsen ist, was seit dem 3. Oktober 1990 definitiv zusammengehört.

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