Gastbeitrag von Joschka Fischer: Die Entscheidung Europas

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Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist auch ein Konflikt zwischen Russland und der EU: Demokratie gegen Imperium. Wie sich die EU entschied, zum Gegner Russlands zu werden und welche Charakter-Veränderung damit einhergeht, analysiert der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer.

Der kriegerische Überfall Russlands auf die Ukraine wird Europa erneut in zwei Teile zerteilen. Ost- und Westeuropa werden erneut voneinander getrennt werden und die Grenze zwischen den beiden europäischen Teilen wird vermutlich auf lange Zeit eine gefährliche, militärisch gesicherte werden.

Wir wissen zwar heute noch nicht, wie und wann dieser Krieg zu Ende gehen wird, aber spätestens mit dem Besuch der Staats- und Regierungschefs der drei größten EU Mitgliedsstaaten und Rumäniens in Kiew und der dort von allen angekündigten Unterstützung für die Beitrittsgesuche der Ukraine und Moldawiens zur EU, ebenso wie der offiziellen Unterstützung dieses Antrags seitens der EU-Kommission in der letzten Woche, kann man wohl davon ausgehen, dass beide Staaten innerhalb kurzer Frist zu Beitrittskandidaten und nach einigen Jahren auch Mitgliedern der EU werden.

Dieser Vorgang wird die bisherige EU fundamental verändern, denn dadurch wird sie zum geopolitischen Akteur, ja, zum Gegner Russlands auf dem europäischen Kontinent.

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