Ukraine-Konflikt: Die Ukraine muss in die Nato!

 © ThePioneer

Jaka Bizilj, Gründer der Initiative "Cinema for Peace" und scharfer Putin-Kritiker, fordert die Nato auf, die Ukraine in die westliche Wertegemeinschaft aufzunehmen.

Mit dem Ende des Kalten Krieges verlor die Nato ihre ursprüngliche Daseinsberechtigung, die militärische Institution zur Verteidigung unserer "nordatlantischen Wertegemeinschaft“ hatte auf einmal keinen Gegner mehr. Sie mutierte immer mehr zu einem Papiertiger mit prahlerischem Instagram-Account und mit Fotos von muskulösen Soldaten in schicken Uniformen.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump wollte die Nato 2019 sogar verlassen und auflösen, weil die Europäer sich nicht an die Ausgabenquoten hielten.

Nun gibt ausgerechnet das Staatsoberhaupt der Nato mit seiner aggressiven Geopolitik eine neue Existenzberechtigung, das diese seit Jahren als Bedrohung diffamiert: Wladimir Putin.

Wie eine self fullfilling prophecy hat Russlands Präsident die harmlose Nato zur Bedrohung stilisiert.

Wladimir Putin und Gerhard Schröder  © dpa

Nachdem er zu seinem Amtsantritt Anfang 2000 das russische Volk hinter sich gebracht hatte als Bekämpfer des vermeintlichen oder tatsächlichen tschetschenisches Terrorismus, inszeniert er sich nun machiavellisch als Verteidiger des russischen Volkes gegen die expandierende Nato. Welche Gefahr Russland seitens der Nato drohen soll, leuchtet niemanden ein, aber der „lupenreine Demokrat“, wie ihn Altkanzler Gerhard Schröder 2003 und auch noch 2012 nannte, droht, die Ukraine einzunehmen, falls sich die Nato nicht auf ihr Territorium von vor 1997 zurückzieht. Dabei beruft er sich auf die vermeintliche Zusage der Nato aus dem Jahr 1990, sie würde sich nicht nach Osten ausdehnen, wenn man ihr die DDR im Rahmen des Zwei-plus-vier-Vertrags zur deutschen Wiedervereinigung überlasse.

Pioneer Expert, Filmproduzent, Autor und politischer Aktivist
Lädt...