Kapitalverkehrskontrollen: Die unerledigten Aufgaben des IWF

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Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz erläutert, warum Kapitalverkehrskontrollen für mehr Effizienz auf den Märkten sorgen können.

Beim Internationalen Währungsfonds gibt es vielversprechende Anzeichen, dass sich die Institution offenbar der Zeit anpasst. Man hat mittlerweile nicht nur anerkannt, dass der Klimawandel beträchtliche Risiken für die Finanzstabilität birgt, sondern auch mit einer umfangreichen Neuzuteilung von Sonderziehungsrechten (dem Reserveguthaben des Fonds) auf die Pandemie reagiert und obendrein das unzureichende G20-Rahmenwerk für den Umgang mit Verschuldungsproblemen kritisiert.

Darüber hinaus erteilte der IWF im Rahmen eines kürzlich mit Argentinien geschlossenen Abkommens jenen Sparprogrammen eine Absage, die lange Zeit seinen Ruf schädigten und – davon ganz abgesehen – weltweit auch Lebensgrundlagen zerstörten.

Kristalina Georgiewa, Geschäftsführende Direktorin des IWF © dpa

Die Chance, einen weiteren bedeutenden Schritt in die richtige Richtung zu unternehmen, wird sich für den IWF noch in diesem Monat im Rahmen der Überprüfung seiner Haltung zur Regulierung von Kapitalströmen ergeben. Die ursprüngliche, in der Satzung des IWF dargelegte Begründung für diese Regulierung bestand darin, dass grenzüberschreitende Kapitalströme die internationalen Finanzmärkte zum Erliegen bringen könnten, deren Stabilität ja den Daseinszweck des IWF bildete.

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