Gastbeitrag von Emmanuel Macron: Ein New Deal für Afrika

 © dpa

DIe Pandemie fungiert vielerorts als Armutsbeschleuniger; die ungleiche Impfstoffverteilung unterstreicht wieder einmal die Unterschiede zwischen reichen und armen Kontinenten. Emmanuel Macron über die wichtigsten Anforderungen eines New Deals für Afrika.

Die Coronakrise hat uns gelehrt, dass wir scheinbar ferne Krisen nicht länger als die Probleme anderer behandeln können. Was irgendwo auf der Welt passiert, kann uns alle betreffen. Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir jetzt die kurz- und langfristigen Folgen der Pandemie in Afrika angehen.

Obwohl Afrika durch COVID-19 weniger Krankheits- und Todesfälle als andere Regionen der Welt zu verzeichnen hat, sind die Auswirkungen der Pandemie auf dem Kontinent womöglich besonders anhaltend und tiefgreifend und könnten den ganzen Planeten destabilisieren.

Innerhalb eines Jahres hat die Pandemie ein Vierteljahrhundert des ständigen Wirtschaftswachstums beendet, Wertschöpfungsketten unterbrochen und zu einer beispiellosen Zunahme von Ungleichheit und Armut geführt. Die Gefahr, dass die Krise nicht vollständig überwunden wird, besteht jedoch nicht nur in Afrika. Auch die Weltwirtschaft könnte einen ihrer künftigen Wachstumsmotoren verlieren.

Afrika hat alles, was es braucht, um die Krise zu bewältigen und die Welt in einen neuen Zyklus des nachhaltigen Wachstums zu führen: geschäftstüchtige und innovative junge Menschen, natürliche Ressourcen für eine industrielle Basis vor Ort und ein äußerst ehrgeiziges Integrationsprojekt für den gesamten Kontinent. Allerdings fehlen Afrika die Instrumente, um sich von einer Krise zu erholen, die ebenso gewaltig wie unvorhergesehen war.

Lädt...