Gastbeitrag: Ernährungssysteme auf der Kippe

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ThePioneer Expert Barbara Unmüßig erklärt, welchen Einfluss wirtschaftliche Interessen auf die Ernährung der Weltbevölkerung haben und vor welchen weiteren Problemen die Ernährungssysteme stehen.

Die Covid-19-Pandemie hat die Mängel des globalen Ernährungssystems schonungslos offengelegt, und nun droht eine massive, eskalierende Hungerkrise. Ein Viertel der Menschheit verfügt über keinen sicheren Zugang zu Nahrungsmitteln, jeder zehnte Mensch ist von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen, und bis zu 811 Millionen Menschen hungern. Ein weiteres Viertel leidet unter verschiedenen Formen der Mangelernährung, darunter auch Fettleibigkeit, mit enormen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit.

Beide Trends sind auf dem Vormarsch, und beide stehen in direktem Zusammenhang mit Ungerechtigkeit und Armut. Unabhängig von der Menge der weltweit produzierten Lebensmittel lässt sich feststellen, dass der Hunger anhalten und nahrungsbedingte Krankheiten explodieren werden, wenn es nicht gelingt, Machtungleichgewichte im weltweiten Ernährungssystem zu beseitigen.

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Viele hoffen, dass der Gipfel der Vereinten Nationen zu Ernährungssystemen im September echte Veränderungen beschleunigen wird. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Konferenz eher das derzeitige ungerechte Modell der industrialisierten Lebensmittelproduktion legitimieren und zementieren wird.

Das wäre eine schlechte Nachricht für die hungernden Menschen dieser Welt, von denen die meisten – nämlich 418 Millionen - in Asien leben. Über 282 Millionen leben in Afrika, wo jeder fünfte Mensch von chronischem Hunger betroffen ist und die Zahl der Hungernden schneller steigt als in jeder anderen Region.

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