US-Außenpolitik: Europas Interessen vs. Amerikas Geo-Ökonomie

 © The Pioneer

Der Krieg in der Ukraine sollte Deutschland die Augen für die Risiken öffnen, von den USA sicherheitspolitisch existenziell abhängig zu sein, während Washington sich immer mehr auf die Großmachtrivalität mit China konzentriert und absehbar durch innenpolitische Verwerfungen blockiert ist.

Europäer und Amerikaner haben weiterhin unterschiedliche Bedrohungswahrnehmungen.

In der neuen Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) der USA wurde Russland zu einer „akuten“ Bedrohung herabgestuft, während China als „fortschreitende (pacing) Bedrohung“ angeführt wurde. Die aktuelle, sich zuspitzende Auseinandersetzung um den Status Taiwans verdeutlicht die Gefahr, dass sich Washington und Peking immer mehr in ein Sicherheitsdilemma manövrieren – das ähnlich wie die russisch-amerikanische Rivalität in einen Krieg münden könnte, bei dem andere, vor allem auch die Europäer, einmal mehr den „Kollateralschaden“ tragen müssten.

Der alte Kontinent bleibt zwar weiterhin im Interesse der USA, aber nur im peripheren.

 © The Pioneer

Die USA investieren im Ukrainekrieg nur das Nötigste, um gegen den Hauptrivalen China gewappnet zu bleiben, aber auch, um ihren asiatischen Alliierten Zuverlässigkeit zu signalisieren. Ein weiteres Desaster wie in Afghanistan hätte Länder wie Japan und Südkorea daran zweifeln lassen, ob der hohe Tribut, den sie an die Schutzmacht zollen, wirklich das Geld wert ist.

Lädt...