Krieg in der Ukraine: Gutes Gewissen, schlechte Außenpolitik

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Deutschland lobt die Solidarität des Westens. Doch einen sinnvollen Beitrag für einen tragfähigen Frieden in der Ukraine leistet der Westen nicht. Die Sanktionen werden das System Putin nicht erschüttern. Ein Kommentar von Thomas Geisel.

„Russlandversteher“ oder gar „Putin-Versteher“ haben gegenwärtig keine Konjunktur. Wie auch?

Der Überfall auf die Ukraine ist ein eklatanter Völkerrechtsverstoß und seine Begründung – die „Entmilitarisierung und Entnazifizierung“ der Ukraine – mutet ebenso absurd an wie die „Hilferufe“, mit denen die Sowjetunion in den fünfziger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Niederschlagung demokratischer Bewegungen in ihrem Herrschaftsbereich zu rechtfertigten versuchte.

Dass sich der Westen von Putin betrogen fühlt, ist verständlich.

Schwer vorstellbar, dass Bundeskanzler Scholz oder Präsident Macron zum Herrscher im Kreml je noch einmal Vertrauen entwickeln können, nach dem er sie am langen Tisch ganz offensichtlich hintergangen hat.

Bombenangriff Ukraine © dpa

Und es hat den Anschein, als würde der Krieg immer unbarmherziger geführt.

Pioneer Expert, Ex-OB der Stadt Düsseldorf, SPD-Politiker.
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