Gastbeitrag von Joschka Fischer: Kalter Krieg 2.0

Der Kalte Krieg ist zurück - und das nicht erst seit dem 24. Februar dieses Jahres. Bereits mit der Annexion der Krim 2014 hat Russland die Friedensordnung in Europa zerstört. Eine Analyse von Ex-Außenminister Joschka Fischer über das Ausmaß des gegenwärtigen Zeitenbruchs für Europa.

Meteorologisch schickt sich der Frühling an, in Europa Einzug zu halten. Politisch droht dem europäischen Kontinent allerdings der Rückfall in die eisigste Zeit des Kalten Krieges.

Mit dem militärischen Überfall Russlands auf die Ukraine endete nicht nur eine lange Friedensperiode in Europa, sondern auch jene europäische Staatenordnung, die auf ihr beruhte.

Eigentlich geschah dies aber nicht erst jüngst, am 24. Februar 2022, sondern lange zuvor mit der Eroberung und Annexion der Krim durch Russland im Jahre 2014 und in der Folge mit dessen Krieg im Donbass.

Seit sechs Jahren also wird im Osten der Ukraine gestorben und versucht, einen souveränen Nachbarstaat territorial quasi zu „filettieren“, indem man Provinz für Provinz abtrennt.

Und all dies unter den Augen der Weltöffentlichkeit.

Seitdem existierte die europäische Friedensordnung nur noch auf dem Papier und Dank der Illusionen der Westeuropäer über die Absichten der russischen Politik.

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