Künstliche Intelligenz: Kann Künstliche Intelligenz die Landwirtschaft transformieren?

 © DFKI, Annemarie Popp

Tierwohl, Biodiversität, Co2-Reduktion - die Landwirtschaft benötigt eine Transformation. Doch ist Künstliche Intelligenz dabei Teil der Lösung oder vielleicht sogar Teil des Problems? ThePioneer Expert Joachim Hertzberg analysiert das Für und Wider.

Es gibt aktuell viele Gründe, die Land- und Ernährungswirtschaft transformieren zu wollen. Wohin die Transformation gehen soll ist allerdings kontrovers. Die vielgestaltigen Zielkonflikte dahinter sind kürzlich wieder durch die Zukunftskommission Landwirtschaft dargelegt worden: Tierwohl, Biodiversität, Lebensmittelpreise, Lebensmittelqualität, Co2-Reduktion, sozialverträgliche Erhaltung der Ländlichen Räume, der Kulturlandschaften oder alle zusammen und alles versöhnt in ökonomischer, ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit? Die Stichworte Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) kommen in solchen Zukunftsdiskussionen zuverlässig vor – manche denken anscheinend sogar, KI würde die Zielkonflikte auflösen.

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Digitalisierung ist nicht neu in der Landwirtschaft: Modern ausgestattete Höfe (arbeiten sie „konventionell“ oder „ökologisch“) verwenden auf dem Schlag wie im Stall längst Informationssysteme und digitalisierte Maschinen, teils mit vollautomatisierten Funktionen oder mit komplexen Assistenzfunktionen für die Menschen, die sie bedienen.

Auch KI-Module werden in solchen Maschinen eingesetzt und nutzen die Daten, welche die Digitalisierung bereitstellt: etwa zur Regelung komplexer Prozessparameter in Erntemaschinen oder zum vollautomatischen Betrieb von Fütterungs- und Reinigungsrobotern in Ställen.

Aus Sicht eines KI-Forschers wie offenbar auch aus der des BMEL sind die Möglichkeiten von KI-Einsatz in der Landwirtschaft nicht ausgereizt. Doch in der Auseinandersetzung über die fällige Transformation der Landwirtschaft sind Fragen dazu plausibel: Wäre mehr KI Teil der Lösung oder Teil des Problems? Erhöht KI Komplexität, wo Vereinfachung nottut? Ist KI somit ein Werkzeug nur für Großbetriebe, die sie sich leisten können? Selbst falls KI beitrüge, die Agrarwirtschaft in Europa zu transformieren – lenkt das nicht von der Priorität ab, weltweit jeweils regional angemessen nachhaltige agrarische Produktion zu ermöglichen?

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