Gastbeitrag von Katherina Reiche: Mit Wasserstoff zum Klimaschutz-Weltmeister

Deutschland will Wasserstoff-Weltmeister werden. Das ist auch möglich, wenn Deutschland die Technologie marktwirtschaftlich denkt und sie industriell anwendet, findet Katherina Reiche.

Das Molekül Wasserstoff ist lange bekannt. Aber seine Fähigkeiten als Energieträger werden immer noch unterschätzt. Dabei ist Wasserstoff der Rohstoff der Zukunft. Denn er ist unverzichtbar im Kampf gegen den Klimawandel.

Europa soll bis 2050 klimaneutral werden. Das hat die Europäische Kommission in ihrem Green Deal festgelegt. Auch Deutschland will bis Mitte des Jahrhunderts CO2-neutral sein. Das bedeutet, dass wir weitestgehend ohne fossile Energien auskommen müssen. Aber nicht alle Prozesse in Industrie, Mittelstand und Mobilität können auf grünen Strom umgestellt werden.

Ein Beispiel: Das BASF-Werk in Ludwigshafen verbraucht so viel Energie wie Dänemark. Dabei benötigen chemische Prozesse heute nicht nur Strom, sondern auch andere Energieträger wie Erdgas, Kohle oder Öl. Eine Dekarbonisierung allein über Strom wird daher nicht funktionieren. Die Industrie benötigt weiterhin einen Mix aus verschiedenen Energieformen. Auch der Schwerlast-, Flug- und Schiffsverkehr kann nicht einfach auf Batterieantriebe umgestellt werden.

Und: mehr als 60 Prozent der Gebäude in Deutschland sind vor 1978 entstanden, also vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Sie eignen sich in den meisten Fällen wirtschaftlich nicht für eine energetische Sanierung zum Einsatz von Wärmepumpen.

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