Das Frauen-Problem der CDU:  Räuberleiter und Damenprogramm

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Die CDU hat zu wenig Frauen – an der Basis wie an der Spitze. Es gibt in dieser Frage jedoch kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem, meint die ehemalige medienpolitische Sprecherin der CDU, Elisabeth Motschmann.

Hat die CDU ein Frauenproblem? Ja, sie hat. Zahlen lügen nicht. Sie sind erdrückend. Die Repräsentanz von CDU-Frauen ist in allen Gremien der Partei, in den Parlamenten und Regierungen nach wie vor schwach. Es betrifft nicht nur die Spitzenpositionen. Auch auf kommunaler Ebene ist die Bilanz nicht besser.

In dieser Legislatur sind 34,8 % der Mitglieder des Bundestages Frauen. Das ist im 21. Jahrhundert ein mageres Ergebnis. Der Frauenanteil der CDU/CSU-Fraktion beträgt jedoch lediglich 23,4 %. Schlechter ist nur die AfD mit 13,8 %. Die Grünen sind mit 59,3 %, die SPD mit 41,7 % und die Linke mit 53,8 % vertreten. Weibliche CDU-Ministerpräsidentinnen – Fehlanzeige. CDU-Oberbürgermeisterinnen von Städten über 100.000 Einwohnern gibt es ebenfalls nur vereinzelt. Das gleiche Bild ergibt sich in Stadt- oder Gemeinderäten.

Der Befund ist also glasklar: Die Macht in der CDU ist männlich.

Die meisten Mitglieder der Partei sind es auch (75 %).

In anderen Parteien – insbesondere des linken Spektrums – sieht es anders und besser aus: mehr weibliche Mitglieder, mehr politische Ämter für Frauen. Sie machen vor, was angeblich in der CDU nicht möglich ist. Damit ist klar: Das Frauenproblem in der CDU ist hausgemacht. Oder sollte man vielleicht auch von einem Männerproblem sprechen?

Friedrich Merz räumt das Frauen-Defizit in seiner Partei ein und befürwortet inzwischen den Kompromiss zur Frauenquote. Aber davon sind noch längst nicht alle Parteimitglieder überzeugt. Jahrelang verwiesen die Männer z. B. auf Angela Merkel mit der Bemerkung: „Was wollt ihr denn noch mehr, ihr habt doch sogar eine Bundeskanzlerin?“

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