Gastbeitrag von Carl Bildt: Was in Bezug auf Gaza geschehen muss

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Die Lage im Nahen Osten ist eskaliert. Raketen und Luftangriffe beider Seiten fordern unschuldige Tote. Schwedens ehemaliger Außenminister Carl Bildt analysiert die Situation in Gaza.

Der Gazastreifen ist seit Langem eines jener geopolitischen Probleme, von denen sich alle wünschen, dass sie einfach verschwinden würden. Israel jedenfalls würde es mit Sicherheit vorziehen, die palästinensische Enklave abzusperren – sowohl was sein eigenes Gebiet als auch was sein kollektives Bewusstsein angeht. Und ungeachtet gelegentlicher gegenteiliger Äußerungen empfindet Ägypten tendenziell genauso. Fast immer, wenn mal wieder von Friedensbemühungen in der Region die Rede ist, ist Gaza das Thema, das weg und auf die lange Bank geschoben wird.

Zwar veröffentlichen humanitäre Hilfsorganisationen regelmäßig detaillierte Berichte über die düsteren Bedingungen, denen Gazas zwei Millionen in einem der dichtbesiedeltsten und ressourcenärmsten Gebiete der Erde gefangene Einwohner ausgesetzt sind. Doch das Publikum, an das sich diese Berichte über Not und Verzweiflung richten, neigt dazu, kleiner zu werden, sobald irgendwo anders eine neue humanitäre Krise ausbricht und die Weltaufmerksamkeit auf sich zieht. Eine bleibende Lösung für das Elend in Gaza gerät so dauerhaft aus dem Blickfeld.

Pioneer Expert, Ex-Ministerpräsident von Schweden.
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