Gastbeitrag von Florian Wessendorf: Wasserstoff: Der grüne Treiber der Energiewende 

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Wasserstoff ist für viele Unternehmen der Hoffnungsträger, in der Energiewende endlich weiter zu kommen. Auch in der industriellen Produktion kann er von großem Nutzen sein. Unser Energieexperte Florian Wessendorf erklärt, wieso der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft so wichtig ist.

Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung setzen die Energiewirtschaft unter Druck. Dringend gesucht wird das Bindeglied, um die intelligente und ökonomische Vernetzung von Erzeugung, Speicherung, Transport und Nutzung erneuerbarer Energien zu meistern. Wie wäre es, wenn dieser Allrounder gleichzeitig auch als Grundstoff in der Industrieproduktion und als Kraftstoff im Transportsektor eingesetzt werden könnte? Klingt zu gut, um wahr zu sein?

Die Rede ist von Wasserstoff. Grün, also mittels Elektrolyse aus erneuerbaren Energien hergestellt, soll er natürlich sein. Die Europäische Kommission sieht Wasserstoff in ihrer Strategie zur Treibhausgasreduzierung als eine der wichtigsten Grundlagentechnologien. In EU-Mitgliedsstaaten wie Österreich oder Deutschland erlebt die Wasserstoffwirtschaft einen Boom. Nationale Wasserstoffstrategien werden aufgesetzt, Pilotprojekte initiiert, Investitionen geplant und Arbeitsplätze geschaffen.

Der Allrounder als Enabler der Energiewende

Wasserstoff ist das Trendthema der Energie- und Mobilitätsbranche. Für viele ist die Wasserstoffwirtschaft der große Hoffnungsträger schlechthin. Seine chemischen und physikalischen Eigenschaften sind bestens bekannt. Seit Jahrzehnten ist er als fester Bestandteil in der Industrieproduktion nicht mehr wegzudenken. So wird Wasserstoff unter anderem zur Herstellung von Düngemitteln, als Treib- und Packgas, als Kühlmittel in Kraftwerken und zur Verhüttung von Erzen eingesetzt. Und dennoch hat er weit größeres Anwendungspotential und gilt als potentieller Game Changer bei der Dekarbonisierung der industriellen Produktion, der Energiewirtschaft und der Mobilität.

Der Grund: Bisher wird Wasserstoff überwiegend mittels Dampfreformierung aus Erdgas gewonnen und ist damit ein Nebenprodukt der Erdgas- und Erdölproduktion. Wasserstoff kann aber auch mittels Elektrolyse direkt aus Wasser erzeugt werden. Stammt der Strom dafür aus erneuerbaren Energien, ist die Produktion klimaneutral. Bisher litt die Herstellung von grünem Wasserstoff unter Unwirtschaftlichkeit. Drastischer Kostenverfall bei erneuerbaren Energien, technische Innovation bei Elektrolyseuren und ein verändertes Marktdesign stellen nun aber die Weichen für den Markthochlauf des grünen Wasserstoffs. Wasserstoff rückt damit als nachhaltiger Grundstoff in der Industrieproduktion, als Kraftstoff im Transportsektor und als Langzeitspeicher in greifbare Nähe.

 © dpa

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