Ukraine-Krieg: Wir brauchen einen Importstopp für russisches Gas und Öl

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Bis zum heutigen Tag hat die EU die Chance vertan, ein strategisch wichtiges Energie-Embargo gegen Russland zu erlassen – zu spät ist es dafür aber noch nicht. Pioneer-Expertin Laura von Daniels rückt fünf Behauptungen rund um die Abkehr von russischen Gas- und Ölimporten zurecht.

Die EU hat in Versailles eine Chance vertan, ein umfassendes Energie-Embargo gegen Russland umzusetzen.

Eine Abkehr wirtschaftlich und politisch bedeutender Länder wie Deutschland, vor allem von russischen Gaslieferungen, wäre strategisch richtig. Es ist dafür auch noch nicht zu spät.

Bei dem Treffen der EU-Regierungschefs scheiterte die Europäische Kommission damit, die Mitgliedsstaaten davon zu überzeugen, dass sie den überwiegenden Teil ihrer Energieexporte aus Russland entlang eines festgelegten Zeitplans beenden.

Die USA hatten zuvor als weitere Strafe für die Invasion in der Ukraine ein Embargo gegen Einfuhren von russischem Öl und Gas sowie Kohle verhängt. Auch Großbritannien will eigene Energieimporte aus Russland bis zum Jahresende aufgeben. Die EU blieb uneins, aus teils nachvollziehbaren, teils irrationalen Gründen.

Fünf Mythen über das Energie-Embargo:

Biden und die USA kostet das Embargo nichts

Bis zu dem US-Energieembargo hieß es von Kritikern eines EU-Importstopps häufig, die USA stellten Maximalforderungen – etwa nach dem Ende von Nord Stream 2 – ohne eigene Vorteile aufgeben zu wollen. Biden fürchte sich vor Preissteigerungen in den USA, wenn er Rohölimporte aus Russland beende. Nun betonen Kritiker eines Embargos, den USA und den Briten schade das Energie-Embargo viel weniger als der EU, die stärker auf russisches Gas, Öl und Kohle angewiesen ist.

Das ist richtig und es stimmt auch, dass der Schaden für Russland begrenzt ist, solange die EU – insbesondere Deutschland – nicht mitzieht.

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