Gastbeitrag von Clemens Schneider: "Wir müssen wieder kampffähig werden."

Über Jahrzehnte hat der Westen schweigend den rücksichtslosen Aufstieg Putins beobachtet. Dieser Krieg verlangt nicht nur, für gemeinsame Werte einzustehen, sondern für sie zu kämpfen. Ein Kommentar von Clemens Schneider, Direktor des Freiheitsinstituts Prometheus.

Der Westen ist dabei, seine Seele zu verlieren. Das hat Wladimir Putin schon vor Längerem erkannt – und konsequent daran gearbeitet, diesen Prozess zu beschleunigen. Es ist gut, dass wir jetzt unser Militär wieder ertüchtigen; dass wir die Nato wieder wertschätzen, die seit 73 Jahren unsere Freiheit und Unversehrtheit garantiert. Aber wir müssen auch in anderen Bereichen unsere Verteidigungskräfte hochfahren.

Die Aufrüstung unserer Ideenarsenale und unserer Werte-Streitkräfte ist die wichtigste Aufgabe dieser Zeit.

Der russische Präsident Wladimir Putin © dpa

Putin hat brutale Vernichtungskriege führen lassen: 1999 in Tschetschenien, 2008 in Georgien, 2014 in der Ukraine, 2015 in Syrien. Er hat Oppositionelle, Journalisten und Menschenrechtler verfolgen, schikanieren, einsperren und ermorden lassen. Von Anfang an. Jedes Mal konnte sich der Kreml-Herrscher auf den Westen verlassen. Man protestiert, nörgelt, zaudert, duckt sich, schweigt. Putin macht weiter.

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