„Der einzige Gewinner ist Netanjahu“
Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel über den Konflikt im Nahen Osten und die Ungarn-Wahl.
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Andauernder Krieg im Nahen Osten. Im Gespräch mit Ex-Vizekanzler und Ex-Außenminister Sigmar Gabriel tastet sich Chelsea Spieker an eine unbequeme Wahrheit heran: Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hält – aber sie trägt nicht. Beide Seiten verhandeln, weil sie müssen, nicht weil sie wollen. Dass „der Krieg gekommen ist, weil die Diplomatie nicht wirken durfte“, wie Gabriel analysiert, ist dabei weniger Analyse als Diagnose einer Weltlage, in der Eskalation Verhandlungen ersetzt hat.
Die Kräfte verschieben sich. Der Iran nutzt die Straße von Hormus als Hebel gegen die Weltwirtschaft, Israel festigt seine Position. Gabriel formuliert es so: „Der einzige Gewinner ist Netanjahu – er hat die Landschaft im Nahen Osten neu gestaltet.“ Eine neue Ordnung entstehe – nicht am Verhandlungstisch, sondern im Schatten militärischer Stärke.
Einfluss auf den deutschen Alltag. Die Abwahl von Viktor Orbán in Ungarn schafft europäische Spielräume, doch steigende Energiepreise und politische Unsicherheit bleiben. Und Außenpolitik wirke nach innen, sofern „der Staat sich zurücknehmen muss, damit die Bürgerinnen und Bürger Luft zum Atmen kriegen“. So gehe es längst nicht mehr nur um Geopolitik, sondern um Lebensrealität.
Produktion: Till Robert Schmidt
Redaktion: Marc Saha