World Briefing

„Europa verliert sich in Nebenkriegsschauplätzen“

Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel über seine Eindrücke von der MSC 2026

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“Under destruction” ist das Motto der 2026er Ausgabe der Münchner Sicherheitskonferenz. Im Studio des Tagungsortes „Hotel Bayerischer Hof“ analysieren Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel und The Pioneer-Host Chelsea Spieker, was im Jahr 1 nach der „JD Vance-Rede“ passiert ist. Ein Talk über eine transatlantische Beziehung im Umbruch. Die große US-Delegation zeige, sagt Gabriel: „Wir haben ja immer den Eindruck, die Vereinigten Staaten wollen eigentlich nichts mehr von uns – aber das stimmt so nicht.“ Der Kanzler habe den richtigen Ton getroffen: Europa müsse „mehr tun für unsere eigene Sicherheit“, zugleich bleibe ein „starker europäischer Pfeiler in der NATO“ der richtige Weg.

Kommunikations-Hot Spot MSC. Sowohl Sigmar Gabriel als auch Chelsea Spieker haben die Konferenz zum Austausch genutzt, haben sich Panels und Speaker angehört, aber auch Hintergrundgespräche geführt. In Gesprächen mit internationalen Unternehmen spürt Gabriel wachsende Unsicherheit – geopolitisch wie wirtschaftlich. Gerade deshalb müsse Europas Leitmotiv lauten: „Economy first.“ Ohne wirtschaftliche Stärke lasse sich weder Verteidigung noch sozialer Zusammenhalt finanzieren. Schwäche, so Gabriel, „imponiert Donald Trump nicht“.

Europa abwehrbereit? Deutlich skeptisch ist er gegenüber einer vorschnellen Nuklear-Debatte. „First things first“ – Europa müsse erst seine konventionelle Verteidigungsfähigkeit glaubwürdig aufbauen. Wer jetzt über eigene Atomwaffen diskutiere, schüre Ängste: „Ich würde nicht unterschätzen, wie viele Menschen Angst vor dieser Diskussion haben.“

Lösung für die Ukraine? Zum Ukraine-Krieg mahnt Gabriel zur Geschlossenheit mit den USA. Ein eigener europäischer Verhandlungs-Pfad wäre „lebensmüde“ und würde Putin in die Hände spielen. Sein Fazit aus München: kein Durchbruch – aber „ein Schritt nach vorne und nicht zurück“.

Produktion: Till Robert Schmidt

Redaktion: Marc Saha

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