„Europas Einstimmigkeit ist ein Schutzschild für die Kleinen“
Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel über Trump, China und Europas neue Unsicherheit.
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Kontrollverlust. Ex-Vizekanzler und Ex-Außenminister Sigmar Gabriel analysiert die Machtverschiebungen zwischen Iran, Saudi-Arabien, China und den Vereinigten Staaten – und erklärt, warum Donald Trump vor seinem Treffen mit Xi Jinping unter Druck steht. Für Gabriel ist klar: Nicht militärische Stärke entscheidet heute über geopolitischen Einfluss, sondern wirtschaftliche Abhängigkeiten und strategische Rohstoffe.
Europa versucht derweil, sicherheitspolitisch erwachsen zu werden. Gabriel spricht über die „Coalition of the Willing“, die neue Rolle Kanadas und die Frage, ob die EU ihr Einstimmigkeitsprinzip in der Außenpolitik aufgeben sollte. Im Gespräch mit World Briefing-Host Chelsea Spieker warnt er vor Illusionen über Europas Handlungsfähigkeit – sieht aber gleichzeitig Bewegung bei Verteidigung, Industriepolitik und strategischer Zusammenarbeit.
Auch die deutsche Innenpolitik steht im Fokus. Gabriel kritisiert das öffentliche Erscheinungsbild der Koalition, verteidigt zugleich aber die neuen Schuldenprogramme für Infrastruktur und Verteidigung. Er erklärt, warum wirtschaftliche Stärke wichtiger ist als symbolische Politik, weshalb Deutschland ein Integrationsproblem hat – und warum die Regierung jetzt dringend zeigen müsse, dass sie noch handlungsfähig ist.
Produktion: Till Robert Schmidt
Redaktion: Marc Saha