„Trump hat den Zenit seiner Macht überschritten “
Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel über den Iran, Trumps schwindende Macht und Europas neue Verantwortung
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Cordoba 2.0. Deutschland ist erstmals mit seiner Bewerbung für einen nicht-ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat gescheitert. Statt dessen zieht u.a Österreich in das Gremium ein. Im Gespräch mit Chelsea Spieker ordnet Sigmar Gabriel das Ergebnis als mehr als nur eine verlorene Abstimmung ein. Für ihn ist es auch ein Signal vieler Staaten des Globalen Südens, die Deutschland zunehmend als „Anhängsel der USA oder von Israel“ wahrnehmen.
Nichts Neues im Osten. Auch im Nahen Osten wird sichtbar, wie sehr sich die Machtverhältnisse verschieben. Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran kommen nur schleppend voran, die Straße von Hormus bleibt ein geopolitischer Hebel und Israels Rolle in der Region wächst weiter. Gabriel beschreibt Donald Trumps Lage dabei als strategische Sackgasse: Der US-Präsident habe gedacht, „das geht so einfach wie in Venezuela“, sitze nun aber „mittendrin in einem Riesen-Schlamassel und weiß nicht, wie er rauskommt“.
Erwachsenes Europa. Beim Blick auf Russland, China und die Zukunft Europas wird das Gespräch grundsätzlich. Während die USA sich zunehmend aus Europa und dem Nahen Osten zurückziehen, müsse der Kontinent endlich eigenständiger werden. Für Gabriel ist dabei eine Entwicklung unübersehbar: „Der Gipfelpunkt der Macht von Donald Trump scheint überschritten zu sein.“ Die eigentliche Herausforderung für Europa beginne allerdings erst danach.
Produktion: Till Zobel
Redaktion: Marc Saha