„USA und China zeigen sich gerade als geopolitische Schwächlinge”
Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel über ein halbes Jahr Iran-Krieg
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World Briefing live bei der MyWay: Am 24. September treffen Chelsea Spieker und Sigmar Gabriel beim MyWay-Strategiegipfel im Kongresszentrum Westhafen in Berlin aufeinander. Dort zeichnen sie eine neue Folge des World Briefing live vor Publikum auf. Alle Informationen und Tickets gibt es auf der MyWay-Website.
Der Iran sitzt am längeren Hebel: Sechs Monate Krieg gegen den Iran – und trotz der militärischen und wirtschaftlichen Übermacht der USA ist kein Ende in Sicht. Im Gespräch mit Chelsea Spieker zieht Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel eine ernüchternde Bilanz: Washington sei ohne klare Strategie in den Konflikt geraten, während auch Peking kaum Einfluss auf Teheran ausüben könne. Ausgerechnet der Iran sitze derzeit gegenüber beiden Großmächten „am längeren Hebel“.
Europas Chance: Die Schwäche der Großmächte verändert nach Gabriels Einschätzung die internationale Ordnung – und könnte Europa neue Spielräume eröffnen. Er plädiert für engere politische Bündnisse mit Staaten, die sich weder von Washington noch von Peking führen lassen wollen. Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder Kanada könnten dabei vorangehen. „Das ist eigentlich Europas Chance“, sagt Gabriel – vorausgesetzt, die Europäer schaffen es, gemeinsam zu handeln.
Putin testet den Westen: Mit Blick auf Russland warnt Gabriel davor, die zunehmenden Provokationen an der NATO-Ostflanke zu unterschätzen. Drohnen und russische Kampfjets seien Tests, mit denen Wladimir Putin auslote, wie weit er gehen könne. Steuert die Welt damit auf eine noch größere Katastrophe zu? Gabriel sieht keinen unmittelbar bevorstehenden Weltkrieg, wohl aber eine ernsthafte Gefahr: „Die beste Möglichkeit, ihn davon abzuhalten, ist, Stärke zu zeigen.“
Produktion: Till Zobel
Redaktion: Marc Saha