Mentale Gesundheit

Psychiater Prof. Bert te Wildt: „Bei Arbeitssucht haben wir einen blinden Fleck“

Sie lieben ihren Job, lächeln – und sind innerlich längst leer: Burn-on heißt die chronische Erschöpfung, die Führungskräfte und Familienunternehmer quält, ohne dass sie zusammenbrechen. Wo die Grenze zur Arbeitssucht verläuft, erklärt Bert te Wildt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Alev Doğan
Heute
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Prof. Dr. med. Bert te Wildt ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Chefarzt der Psychosomatischen Klinik Kloster Dießen am Ammersee, die er mit aufgebaut hat. Gemeinsam mit dem Psychologen Timo Schiele hat er das Buch „Burn On – Immer kurz vorm Burn Out“ geschrieben.

The Pioneer: Herr te Wildt, Sie behandeln häufig erschöpfte Menschen – darunter Managerinnen, Chefärzte und andere Führungskräfte. Bereits vor einigen Jahren haben Sie maßgeblich den Begriff „Burn-on“ geprägt. Was kann man darunter verstehen, auch in Abgrenzung zum bekannteren Burn-out?

Bert te Wildt: In der psychosomatischen Klinik haben wir bemerkt, dass immer mehr Menschen zu uns kommen, die nicht mit einem akuten Burn-out implodiert sind – also das, was wir als akute Erschöpfungsdepression verstehen –, sondern die schon sehr lange sehr erschöpft sind, aber immer weitergemacht haben. Im Grunde wissen sie, dass die Gefahr besteht, in ein Burn-out zu geraten, weshalb sie immer versuchen, gegenzusteuern. Sie holen gerade noch so das Meiste aus sich heraus, ohne dabei umzukippen.

Was passiert dann?

Diese Menschen entfremden sich irgendwann so sehr von sich selbst, ihren Angehörigen und auch von der Arbeit, dass sie körperliche Symptome bekommen. Hinter ihrem Lächeln und ihrer Funktionshülle sind sie depressiv und merken, dass sie Hilfe brauchen.

Sie kommen dann zu uns und haben manchmal noch am Abend vorher gearbeitet – sie sind also nicht schon seit Monaten krankgeschrieben und warten auf einen Platz. Das ist etwas Neues, deswegen sprechen wir in diesem Fall von Burn-on, einer chronischen Erschöpfungsdepression, die nicht einfach nur eine Vorstufe von Burn-out ist.

Worin genau besteht der Unterschied?

Beim Burn-on sind die Symptome stärker und die Gefahren für schwere Erkrankungen wie Bluthochdruck – und damit einhergehend das Risiko für Herzinfarkte –, Tinnitus und Muskelverspannungen höher.

Besonders auffällig bei Menschen mit Burn-on ist, dass sie sagen, dass sie ihren Job lieben und nicht denken, depressiv zu sein. Zehn Minuten später geben sie doch zu, lebensmüde Gedanken zu haben, und das zum Teil schon ziemlich lange. Sie hätten sogar schon den Baum ausgesucht, vor den sie fahren würden. Es ist manchmal schockierend, wie hinter diesem funktionalen Lächeln längst ein körperlicher wie seelischer Abgrund entstanden ist.

Das heißt, man ist am Rande eines Burn-outs, aber trotzdem in der Lage, sich – etwa durch Kurzurlaube – davon fernzuhalten.

Genau. Die Patienten haben häufig ein Händchen dafür, dem mit Kurzurlauben, Power-Yoga, Extrem-Saunieren und teuren Wellnesswochenenden entgegenzusteuern und sich nicht nur körperlich, sondern auch seelisch bei Laune zu halten. Manchmal tun sie das auch mit dysfunktionalen Kompensationsstrategien wie Suchtmitteln oder zu viel Essen.

Das erinnert zum Beispiel an einen funktionalen Trinker.

Der Begriff „funktional“ schrammt immer an der Dekompensation vorbei – die Menschen implodieren nicht, aber sie sind doch irgendwann sehr gefährdet.

Welche chronischen Erkrankungen und körperlichen Begleiterscheinungen können aus so einer Phase des chronischen Stresses entstehen?

Vor allem Anspannung: Betroffene versuchen in einem kunstvollen Spagat, allen Ansprüchen gerecht zu werden – und geraten dabei so unter Druck, dass es richtig wehtut. Das betrifft auch die Gefäße, was zu Bluthochdruck und den damit verbundenen Gefahren führt. Und weil die Muskeln angespannt sind, kommt es zu orthopädischen Beschwerden.

Auch Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Tinnitus sind mit Anspannung vergesellschaftet, ebenso Schlafstörungen. Wenn man versucht, diese Symptome mit Medikamenten zu lösen, kann man davon auch abhängig werden, ganz zu schweigen von Suchtmitteln. Auch zu einer Fehlernährung kann es kommen. Es ist schon sehr vielfältig.

Eine Infografik mit dem Titel: Burnout-Risiko im Vergleich

Selbsteinschätzung der Burnout-Gefährdung unter Beschäftigten in Deutschland nach Alter in 2025

Gerade Menschen in der Rushhour des Lebens oder in Führungspositionen antworten auf die Frage „Wie geht es dir?“ oft mit: „Gerade ist sehr viel.“ Und reden es damit schön, dass es positiver Stress sei. Von einem Psychologen habe ich mal gehört, der Körper unterscheide gar nicht zwischen positivem und negativem Stress. Stimmt das?

Das sehe ich tatsächlich anders. Es ist schon recht klar, dass es so etwas wie guten Stress gibt – ein Jonglieren mit vielen Bällen vielleicht, aber mit einem Gefühl von Freude. Viele Menschen haben aber nicht die Antenne dafür, zwischen gutem und negativem Stress zu unterscheiden. Es wird irgendwann nur noch zu einer Behauptung, dass der Job oder die Ehe toll sind, das Leben großartig ist und man doch glücklich und zufrieden sein muss. Manchmal wird es auch zur Pose.

Das hat unter anderem damit zu tun, dass diese Menschen extrem leistungsorientiert sind, um möglichst viel Erfolg zu haben und möglichst viel zu verdienen. Das sagt noch nicht so viel über jemanden aus. Was uns wirklich zufrieden und glücklich macht, ist genau das, was diesen Menschen in der Therapie Schwierigkeiten bereitet.

Inwiefern?

Sie haben entweder nie gelernt oder verlernt, gut für die eigenen Bedürfnisse zu sorgen. Sie haben kein Gespür dafür, was ihnen wirklich guttut. Depression ist auch nicht einfach nur eine Steigerung von Traurigkeit, sondern ein Gefühl von innerer Leere und einer Verzweiflung darüber, nichts mehr zu spüren, weder Freude noch Traurigkeit.

Das müssen wir den Patienten erst einmal vermitteln, wenn sie in ein Burn-out kommen und wir sie nicht weiterarbeiten lassen – was viele sogar aus der Klinik versuchen. Sie müssen erst einmal aushalten, dass da eine Leere ist, und müssen lernen, sie mit etwas zu füllen, was wirklich eine Bedeutung für sie hat.

Wie unterscheidet man ein Burn-on von einer besonders dichten Lebensphase? Viele, die ihren Beruf mit Leidenschaft und Verantwortung ausüben, arbeiten weit mehr als 40 Stunden, Privates und Berufliches verschwimmen. Sie stehen im Dauerstress, aber die Arbeit macht ihnen Freude und gibt ihnen Sinn. Wann wird das gefährlich?

Körperliche Symptome können ein Alarmsignal sein. Wichtig ist, dass Angehörige Rückmeldung geben und man die Angehörigen fragt: „Habe ich mich verändert?“, wenn man das Gefühl hat: „Okay, ich habe vielleicht hier eine Grenze überschritten.“ Das Burn-on ist relativ nah an der Arbeitssucht, und bei Suchtkranken bekommt häufig zuerst das Umfeld mit, dass etwas aus dem Ruder läuft.

Ich selbst habe mit meinem Kollegen vor acht Jahren eine Klinik „from scratch“ aufgebaut. Das war toll, war aber auch eine Wahnsinnsaufgabe. Als wir das Buch geschrieben haben, war das vielleicht auch ein bisschen Selbsttherapie.

Sprechen wir über Selbstständige und Familienunternehmer, die ebenfalls zu Ihnen kommen. Dass sie besonders gefährdet sind, leuchtet ein: Ihnen fehlt etwa das Sicherheitsnetz eines Angestelltenverhältnisses. Was bedeutet es psychisch, in der Selbstständigkeit oder gar im Familienunternehmen zu arbeiten?

Es geht nicht nur um internalisierten Leistungsdruck und die Identifikation mit der Firma. Selbstständige und Familienunternehmer tragen eine große Verantwortung – nicht nur für sich selbst, sondern auch für Mitarbeiter. Man kann lange sagen, dass man das gerne tut, es selbstverständlich und sinnvoll ist. Dann ist es allerdings auch besonders schwer, die Grenzen zu finden. Bei Familienunternehmern spielt das häufig in der Übergangsphase eine Rolle, wenn es darum geht, dass die nächste Generation übernimmt.

Wir haben aber auch Patienten, die lange als Start-up-Gründer gearbeitet haben, während ihr Unternehmen immer weiter wuchs. Raum für sich selbst blieb da kaum. Zumal es privat auch noch Menschen gibt, denen man gerecht werden möchte: den Partner, vielleicht Kinder. In diesem Spagat entsteht das Gefühl, niemandem mehr richtig gerecht zu werden, aber trotzdem immer weitermachen und funktionieren zu müssen wie eine Maschine.

Eine Infografik mit dem Titel: Junge Menschen: Deutschlands Gründergeist

Prozentualer Anteil der Erwachsenen, die zum Befragungszeitpunkt innerhalb der letzten 3,5 Jahre ein Unternehmen gegründet haben oder dabei sind, ein Unternehmen zu gründen

Bei Familienunternehmern vermischt sich Privates und Berufliches noch stärker. Wer ein Unternehmen übernimmt, das seit zwei oder mehr Generationen in Familienhand ist, tritt in große Fußstapfen. Scheitert er, ist das nicht nur ein unternehmerischer Misserfolg, sondern auch eine gefühlte Enttäuschung der Vorfahren. Welche Rolle spielt das?

Je größer die Ahnenreihe ist und die Weitergabe, desto größer ist der Druck, sich damit zu identifizieren. Die ideelle Aufladung ist sehr groß. Selbst wenn Eltern sagen, dass man das Unternehmen nicht übernehmen muss, spielt häufig eine größere Rolle, was sie einem an Identifikation und Aufopferung vorgelebt haben.

Schwierig wird es, wenn alle sehr nah beieinander wohnen, zum Teil sogar auf dem Betriebsgelände. Das erleben wir häufig. Kürzlich habe ich einen Patienten gefragt: „Glauben Sie, es war eine gute Idee, immer zu Hause zu bleiben, als ‚Kind‘?“ Auch wenn er das Gefühl hat, es gewuppt und das Unternehmen in eine neue Sphäre katapultiert zu haben – der Vater, der schwer krank und pflegebedürftig wurde und trotzdem noch Druck machte, ist weiterhin präsent. Als realer und als innerer Kritiker.

Die Frage der Nachfolge ist auch emotional aufgeladen. Heute hat man den Eindruck, dass mehr Menschen Gebrauch von ihrer Entscheidungsfreiheit machen und einen anderen Weg gehen. Stimmen Sie dem zu?

Da bin ich ein bisschen hin- und hergerissen. Ich habe ein großes Herz für Familienunternehmen, auch weil sie für eine bestimmte Kultur stehen. Im oberen Management dagegen wechseln die Leute alle paar Jahre, um anderswo aufzusteigen. Die fehlende Identifikation hat dort Methode: Man achtet gezielt darauf, dass Manager sich nicht mit der Firma identifizieren, vor allem nicht mit den Kollegen und Mitarbeitern. Das finde ich eher schrecklich.

Gleichzeitig sehe ich als Therapeut die Notwendigkeit, Dinge infrage zu stellen. Es geht um die Möglichkeit, sich innerlich die Freiheit nehmen zu können, ganz rauszugehen und autonom zu werden, zum Beispiel mithilfe von Psychotherapie. Dann kann man schauen, ob man sich wirklich für das Familienunternehmen entscheiden möchte. Dieses Verfahren funktioniert übrigens auch bei Partnerschaften oder bei einem Angestelltenverhältnis. Erkrankte haben zuvor häufig nicht das Gefühl, dass sie frei wählen können.

Haben Familienunternehmer ein erhöhtes Risiko, vom Burn-out beziehungsweise Burn-on betroffen zu sein?

Ich glaube ja, aber ich könnte Ihnen jetzt keine Studie dazu nennen. In meiner Erfahrung ist es ein zusätzliches Risiko, wenn man Unternehmer ist. Gleichzeitig glaube ich, dass es ein großer Quell von Freude sein kann und wir als Gesellschaft Wege finden können, Familienunternehmen besser zu unterstützen. Mittlerweile gibt es spezielle Unternehmensberatungen und Coaches, gerade für die Übergänge.

Wie bewerten Sie unseren gesellschaftlichen und politischen Diskurs zu Themen wie Arbeit, Leistung, Verantwortung und Erschöpfung?

Das ist eine komplexe Frage. Schon länger sage ich, dass die Arbeitssucht keine anerkannte Erkrankung ist. Da haben wir einen blinden Fleck, weil viele von uns längst ein arbeitssüchtiges Verhalten haben.

Woran würde man festmachen, dass man nicht nur gerne und viel arbeitet, sondern schon arbeitssüchtig ist?

Man spricht einerseits von einem Kontrollverlust wie bei jedem Suchtmittel. Wenn man es nicht mehr unter Kontrolle hat, im Urlaub, abends oder vom Bett aus nicht zu arbeiten. So geht es vielen, das ist schwer geworden. Kritisch wird es, wenn man zwanghaft von der Arbeit angezogen wird und man trotz negativer Folgen weitermacht, obwohl schon Beziehungen zerbrochen sind und die Gesundheit gelitten hat.

Eine Infografik mit dem Titel: Länger krank wegen Psyche

Durchschnittliche Arbeitsunfähigkeitsdauer aufgrund von psychischen Erkrankungen von 2006 bis 2025

Wenn es vielen so geht, was bedeutet das für unsere Gesellschaft?

Aus meiner Sicht beginnt gerade eine neue Phase, in der es extrem unterschiedlich ist, wie gearbeitet wird. Man denke an die Generation Z und die Klagen über ihre mangelnde Motivation und Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig wird das Renteneintrittsalter infrage gestellt und ob es überhaupt gesund ist, so früh in Rente zu gehen.

Manche arbeiten extrem viel, und andere, die gar nicht so viel arbeiten, können sich trotzdem ausgelaugt fühlen. Interessant ist das sogenannte Bore-out, ebenfalls keine anerkannte Diagnose: das oft unbewusste Gefühl, dass die eigene Arbeit keinen Sinn mehr hat und langweilt. Es geht manchmal mit ähnlichen Symptomen wie Müdigkeit und Antriebslosigkeit einher, die dann mit Erschöpfung verwechselt werden.

Wir geraten durch die wirtschaftliche und die weltpolitische Lage unter Druck und müssen vieles infrage stellen. Umso wichtiger ist es, gut gerüstet zu sein und gute Entscheidungen zu treffen, im Kollektiv wie individuell, um nicht psychisch krank zu werden.

Nach der New-Work-Phase mit Achtsamkeit, Viertagewoche und Flexibilität fordern Teile der Bundesregierung nun mehr Leistung und Disziplin. Deutschland hat mehr Krankheitstage und arbeitet weniger als die meisten anderen Länder. Diskutiert wird, das Arbeitsrecht so zu ändern, dass mehr als acht Stunden am Tag möglich sind. Hat das Auswirkungen auf die kollektive Psyche?

Ich glaube schon, finde das aber nicht nur schlecht. Druck kommt von allen Seiten, auch durch die KI: Gefühlt konkurrieren wir schon lange mit ihr, aus Angst, von Bots und Robotern ersetzt zu werden. Wir müssen aufpassen, in keines der beiden Extreme zu verfallen.

Psychiater Bert te Wildt © Imago

Das eine Extrem wäre zu sagen: Die mit ihrer Achtsamkeit lagen alle falsch, jetzt hauen wir wieder rein und zwingen alle dazu. Dann werden psychische Erkrankungen und Ausfälle zunehmen, vermutlich vor allem in körperlicher Form, weil sich kaum jemand trauen wird zu sagen: Ich bin depressiv erschöpft. Das andere Extrem wäre, angesichts steigender Ansprüche zu klagen und unsere Verzagtheit weiter zu kultivieren.

Sind wir, was die Sorge um die mentale Gesundheit betrifft, übers Ziel hinausgeschossen?

Wir müssen schauen, dass es an manchen Stellen mit der Selbstbefragung und den Befindlichkeiten nicht zu weit geht. In kaum einem Land gibt es so viel Psychotherapie wie in Deutschland – aber sitzen dort die Richtigen?

Es gibt Studien, die zeigen, dass die Beschäftigung mit Mental Health im Netz und in sozialen Medien bei jungen Menschen dazu führt, dass sie zu viel in sich hineinhorchen und so suggestiv etwas aus den Filterblasen übernehmen – es führt quasi zu einem Infektionsmoment, „Ach, das habe ich auch.“ In Berlin glaubt gefühlt jeder Zweite, ADHS zu haben.

Hier ist jeder neurodivers.

Ja, das schießt etwas übers Ziel hinaus. Man darf aber auch nicht alles zurückdrehen und Diversität zum Fehler erklären, denn sie ist eine Errungenschaft. Wie also können wir mit diesen Krisen umgehen und resilient werden, individuell wie kollektiv? Ich persönlich stelle mich darauf ein, dass die Zeiten härter werden. Das Gesundheitssystem steht unter Beschuss. Aber wenn ich mir sage, die sparen das ohnehin kaputt, alles wird schrecklich, dann würde ich meine Arbeit nicht mehr mögen und wahrscheinlich irgendwann krank werden. Das möchte ich nicht. Also sage ich mir: Ich gestalte mit, werde aktiv, hole in meinem Rahmen das Beste heraus und arbeite mit dem, was geht.

Was ich immer wieder höre, ist dieses Gefühl der Ohnmacht, das viele beschleicht. Das einzig Sichere scheint die Unsicherheit. Wie können wir als Gesellschaft darauf antworten mit: „Okay, dann bedeutet das für mich Ärmel hochkrempeln und yes, we can“; und eben nicht: „Oh mein Gott, ich ziehe mich lieber zurück und harre der fürchterlichen Dinge, die da kommen“?

Wir sind aus verschiedenen Gründen in einem gewissen regressiven Zustand. Das hat auch mit den Medien und der extremen Bedürfnisbefriedigung im Kapitalismus zu tun. Wir sind fast dekadent geworden. All das führt zum Gefühl von Ohnmacht.

Den Menschen in unserem Land geht es jedoch besser als den meisten anderen auf der Welt. Wir müssen erwachsener werden, die Lust an der Verantwortung und die Vernunft jenseits des Geschreis wiederentdecken.

Statt vor dem Bildschirm zu sitzen, handelt man lieber auch in der Freizeit und tut etwas, was man wirklich genießt. Kein Mensch hat etwas davon, in Schreckstarre zu verharren und ohnmächtig zu sein.

Ein sehr schönes Schlusswort. Lieber Herr te Wildt, vielen Dank für das Gespräch.

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